Für Toleranz und Verständigung

Die Stelen (Nivelles-Platz) am Standort der ehemaligen Synagoge.
Die Stelen (Nivelles-Platz) am Standort der ehemaligen Synagoge.
Foto: WAZ FotoPool

Wattenscheid..  Der Heimat- und Bürgerverein Wattenscheid (HBV) erinnert an die Gründung des „Runden Tisches gegen Ausländerfeindlichkeit und Rechtsradikalismus“ vor 20 Jahren.

Am 17. November 1992 konstituierte sich im großen Sitzungssaal des Wattenscheider Rathauses auf Initiative des damaligen SPD-Landtagsabgeordneten Heinz Wirtz dieser Runde Tisch in Wattenscheid. „Der HBV und rund 50 Organisationen aus Wattenscheid nahmen an der Gründungsversammlung teil“, blickt der langjährige HBV-Vorsitzende Klaus-Peter Hülder zurück.

„Nur Mut“

Die damalige Erklärung des Heimat- und Bürgervereins hatte der mittlerweile verstorbene stellvertretende Vorsitzende Helmut Laaser verfasst und vorgetragen; er entwarf auch das Logo zu dieser Initiative („Nur Mut“). „Die Gültigkeit dieser Aussagen ist ungebrochen“, betont Klaus-Peter Hülder.

So hieß es damals: „Der Heimat- und Bürgerverein begrüßt die Initiative des SPD-Vorsitzenden und Landtagsabgeordneten Heinz Wirtz, angesichts der grauenhaften und besorgniserregenden rechtsradikalen Übergriffe einen sogenannten Runden Tisch ins Leben zu rufen. Mit Bestürzung hat der Vorstand des Vereins zur Kenntnis genommen, dass heute offenbar wieder Gewalt als Mittel zur Durchsetzung von politischen Forderungen eingesetzt wird, auch um aufrechte Demokraten, die um ihre körperliche Integrität bemüht sind, einzuschüchtern. Das darf jedoch nicht geschehen. Selbst in der das Vertrauen in die Demokratie heftig erschütternden Auseinandersetzung um die Eingemeindung und Rückgemeindung hat sich der Heimatverein Wattenscheid stets um die politische, d.h. gewaltlose Lösung des Problems bemüht. Wir lehnen jede Form des Extremismus ab. Die Demokratie kann nur funktionieren, wenn der Respekt in die sie tragenden Institutionen nicht in Zweifel gezogen wird. Der Vorstand fordert alle Mitglieder auf, sich stets für demokratische Grundsätze einzusetzen und auch öffentliche Demonstrationen in dieser Hinsicht zu unterstützen.“

Der HBV, so Hülder weiter, habe die Gedenktafel, die am Standort der ehemaligen Synagoge angebracht wurde, und die Tafel am Rathaus „Nie wieder Faschismus“ in seinen Historischen Rundweg mit aufgenommen, sei Mitglied des Fördervereins Bochumer Synagoge und unterstütze auch die „Aktion Stolpersteine“ von Künstler Gunter Demnig, bei der Kupferplatten an die Verfolgung und Ermordung jüdischer Mitbürger durch die Nazis erinnern.

Heute trägt der Runde Tisch den Namen „Arbeitskreis Solidarität gegen Ausländerfeindlichkeit und Rechtsextremisums“. An jedem 9. November, an dem an die schrecklichen Ereignisse der Reichspogromacht von 1938 erinnert wird, gehört auch der Sprecher des Arbeitskreises, Rechtsanwalt Hans-Jürgen Müller, zu den Rednern. AK-Vorsitzender ist Ahmad Ali Matin.

 
 

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