Förderturm auf dem Prüfstand

Ralf Drews
Der ehemalige Förderturm von Zeche Holland
Der ehemalige Förderturm von Zeche Holland
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool

Wattenscheid.  Was passiert denn nun mit dem sanierungsbedürftigen Förderturm der ehemaligen Zeche Holland: Abriss oder Erhalt? Diese Frage stellen sich Bürger und Politiker. Vorläufige Antwort: Es wird wohl erst mal weiter geprüft.

Inzwischen liegt ein Angebot der DMT - Gesellschaft für Lehre und Bildung mbH vor, welche gemeinsam mit dem Deutschen Bergbaumuseum folgende Leistungen in einer ersten Projektphase zur Abklärung offener Frage im Zusammenhang mit einer künftigen Nutzung des Förderturms anbietet: Prüfung und Bewertung der durch die Entwicklungsgesellschaft Ruhr Bochum (EGR) vorgelegten Unterlagen hinsichtlich der Standsicherheit; Recherche nach weiteren im Zusammenhang mit der Standsicherheitsproblematik stehenden Unterlagen; ggf. Kontaktaufnahme sowie Abstimmung mit den beteiligten Gutachtern; Ortsbesichtigung; Darstellung des weiteren Untersuchungsaufwandes mit Kostenschätzung, sofern sich neue Lösungsansätze ergeben. Das Angebot wird derzeit von der städtischen EGR geprüft.

Abriss oder Erhalt?

Zum Förderturm hatten SPD, UWG und CDU im Stadtrat bzw. in der Bezirksvertretung zahlreiche Fragen an die Verwaltung gestellt. Den Fraktionen liegen nun die Antworten vor. Die nächste Ratssitzung ist am 6. Juni, die Bezirksvertretung tagt am 28. Mai.

Die Sanierungskosten kommen nach Angaben der EGR erheblich teurer als zunächst gedacht; deshalb will die EGR den im Dezember 2011 erworbenen Turm an NRW Urban (vormals Landesentwicklungsgesellschaft) zurückgeben und den Kaufvertrag rückabwickeln. In den Verträgen hatte sich die EGR u.a. verpflichtet, die Schachthalle abzureißen und den Turm zu sanieren. NRW.Urban, so heißt es seitens der Verwaltung, lehne bislang eine Rückabwicklung des Kaufvertrages ab.

Bisher hatte das Land NRW einen Zuschuss von 1,32 Mio Euro zu den geschätzten Gesamtkosten von 1,75 Mio Euro zugesagt, und zwar für folgende Förderziele: Turmsanierung, Abriss der Schachthalle, dauerhafter öffentlicher Zugang des Turmes, Weiterveräußerung des Grundstücks zur Errichtung eines Bürogebäudes (dafür gibt es einen Wattenscheider Investor). Aus der Summe wurden bisher 58 400 Euro abgerufen.

Höhere Kosten

Mit Abbruch der Schachthalle, Neubau eines Bürogebäudes und Turmsanierung sollte das hergerichtete Ensemble einschließlich Grundstück an die Förderturm-Stiftung bzw. den Investor gehen.

Inzwischen wird aber über Sanierungskosten von rund 4 Mio Euro spekuliert, allerdings nicht nur bezogen auf den Turm, sondern auch auf die Schachtverfüllung und die Standsicherheit des denkmalgeschützten Holland-Förderturmes.