Fibromyalgie-Patienten werden laut Ärztin oft als Simulanten wahrgenommen

Dr. Bettina Claßen, Ärztin für Anästhesiologie und Spezielle Schmerztherapie, erklärt die Symptome der Fibromyalgie. Ihr Fazit: Patienten mit dieser Schmerz-Krankheit haben mit vielen Vorurteilen zu kämpfen. Die Symptome sind unspezifisch.

Wattenscheid.. Dass Fibromyalgie-Patienten mit vielen Vorurteilen zu kämpfen haben, kann Dr. Bettina Claßen, Ärztin für Anästhesiologie und Spezielle Schmerztherapie, bestätigen.

„Es sind sehr unspezifische Symptome, die oft mit einem Leistungsknick und Depressionen einhergehen“, erklärt sie. „Der typische Patient ist die Frau mittleren Alters.“ Lange Zeit sei nicht klar gewesen, ob es sich um eine körperliche oder psychische Erkrankung handele.

Mittlerweile wisse man: „Die Patienten haben eine andere Stressverarbeitung, die neben psychischen auch körperliche Auswirkungen zeigt: Bei ihnen ist der Spiegel des Neurotransmitters Serotonin und damit auch die Schmerzschwelle erniedrigt.“

Permanent überfordert

Mit Fibromyalgie-Patienten, sagt Dr. Claßen, müsse man multimodal arbeiten: „Es geht nicht nur um körperliche Beschwerde und Begleiterkrankungen, sondern auch darum, welche Verarbeitungsstrategien der Patient hat, wie sich seine Erkrankung auf Partnerschaft und Beruf auswirkt.“

Viele „Fibros“ hätten ein Durchhaltesyndrom, würden sich permanent überfordern. „Sie erleben seelische Empfindungen körperlich.“ Die Fibromyalgie sei tatsächlich eine körperliche Erkrankung, „die wir nur zum Teil verstehen und die bei Ärzten Hilflosigkeit auslösen kann.“ Für die Patienten sei es bereits Teil der Heilung, „wenn ihnen endlich geglaubt wird“.

 
 

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