Feiern im Zeichen der Gemeinschaft

Eine Mädchen-Tanzgruppe tritt auf beim Ramadanfest auf dem Fegro-Parkplatz.
Eine Mädchen-Tanzgruppe tritt auf beim Ramadanfest auf dem Fegro-Parkplatz.
Foto: WAZ FotoPool / Olaf Ziegler
Interkulturelle Woche 2013 endet mit afrikanischem Abend und Ramadanfest. „Zusammenkommen“ und Toleranz stehen für Veranstalter im Vordergrund

Wattenscheid.  Der Duft von frisch gegrillten Köfte liegt über dem Fegro-Parkplatz an der Bochumer Straße. Schon von weither leuchten die Farben der großen Hüpfburgen- und Rutschen, die extra für die kleinen Feiergäste aufgebaut worden sind. Zum „Ramadanfest“ hat die Arbeitsgemeinschaft Bochumer Moscheen eingeladen, das dritte jetzt in zweijähriger Folge. Mit dem Ramadanfest endete gestern auch die Interkulturelle Woche 2013.

„Alle neun Wattenscheider und Bochumer Moscheen sind an der Veranstaltung beteiligt“, erklärt Sprecher Talha Kali. Stolz ist er darauf, dass hier die türkischen, arabischen, albanischen, marokkanischen Moscheen, insgesamt 25 Nationalitäten, zusammenarbeiten und feiern. Das „Ramadanfest“, auch oft als „Zuckerfest“ beschrieben, ist für die Muslime etwas ganz Besonderes, endet doch damit die lange Fastenzeit. Diesen Titel habe man somit als Motto für die große Familienveranstaltung gewählt. Überhaupt stehe hier die Gemeinschaft im Vordergrund – und nicht nur untereinander, sondern mit allen Bürgern der Stadt. Für mehr Toleranz soll mit der Veranstaltung geworben werden, so Sprecher Talha Kali. So sei auch die Synagoge eingeladen worden. „Wir wollen selbst Zeichen setzen“, bekräftigt er. Auch deshalb stünden hier Frauen und Männer Seite an Seite, verkaufen Gebäck und Spezialitäten. Kinder- und Frauenchöre singen, eine Männerband musiziert.

„Wichtig für uns sind immer die Kinder“, rund 3000 Euro habe man für deren Unterhaltung aufgewendet. Getrennt für Männer und Frauen sind die Gebetszelte, rechts und links von der Bühne aufgestellt. Auch die Stadt Bochum feiert mit. So hat die Feuerwehr eine Spritzwand für die Kleinen aufgebaut, OB Dr. Ottilie Scholz die Schirmherrschaft übernommen.

„Bosangani“ heißt die Vereinigung von Kongolesen im Ruhrgebiet, die am Samstagabend gemeinsam mit der Awo den Afrika-Abend im CentrumCultur organisierte. „Zusammenkommen“ bedeutet der Name übersetzt. Und auch, wenn es weniger feierlich zugehen sollte, nahmen die Veranstalter diesen Auftrag wörtlich. Ebenso wie ihren sozialpolitischen Anspruch.

Denn etwa 70 Teilnehmer waren vor Ort, setzten sich dabei mit den Problemfeldern „Straßenkinder“, „Kindersoldaten“ und „Kinderarbeit“ in der DR Kongo auseinander. Ein Film führte in das Thema ein, ein Vortrag lieferte ergänzende Informationen.

„Bosangani“ stellte Pläne vor, den Kindern von Deutschland aus zu helfen. Bei Kinshasa soll ein ganzheitliches Ausbildungszentrum entstehen. „Hilfe zur Selbsthilfe“, sei das nachhaltige Ziel.

 
 

EURE FAVORITEN