Erinnerungen an Zeche Holland

Harte Arbeit unter Tage.
Harte Arbeit unter Tage.
Foto: privat

Wattenscheid..  Druckfrisch liegt es vor, das Heft über die Zeche Holland: „Bergmannsbilder von über und unter Tage“, lautet der Titel. Heimatkundler Friedhelm Nunier hat auf 52 Seiten eine informative Schrift verfasst, mit 150 Bildern und Erinnerungen rund um die letzte Wattenscheider Zeche.

„Das Thema ,Zeche Holland’ steht seit Jahren im Fokus der Politik und der Bürgerschaft. Besonders der Erhalt des Förderturms als ein WAT-Wahrzeichen liegt den Menschen am Herzen. Das Heft der Bergbaustadt Wattenscheid, in der man sich heute noch an 47 Schachtanlagen erinnert, zeigt schwerpunktmäßig Bilder von über und unter Tage der Zeche Holland“, erklärt der Eppendorfer Friedhelm Nunier (78), Mitglied im Heimat- und Bürgerverein Wattenscheid (HBV).

Er hat viele Erinnerungsstücke, (Augenzeugen-)Berichte und Fotos gesammelt über mehrere Aspekte: von historischen Daten bis zu künstlerischen Darstellungen. Und möchte dabei nicht nur auf die Zeche und ihre Entwicklung, sondern auch auf die Menschen hinweisen, so Nunier.

Auflage von 1000 Stück

Aus dem Fotoalbum von Bergwerksdirektor Josef Kirchberg, freigegeben durch seinen Sohn Siegfried, stammen zahlreiche Bilder: Bergleute bei der harten Arbeit, Maschinen und Arbeitsgeräte, die beim Kohleabbau eingesetzt werden. Männer der Grubenwehr werden gezeigt, „die geehrt und geachtet wurden“ – unter anderem Bruno Lorenz und Ludwig Urmoneit. Nunier erinnert in seinem Heft auch an den fast schon legendären Fahrsteiger Alois Eiden, Jahrzehnte lang auf „Holland“ im Einsatz. Fotos auch von über Tage: Verwaltung, Fahrzeuge, Kaue, Sozialräume, ärztliche Betreuung, Kantine, Bücherdienst, Besucher aus Politik und Kirche, Konferenzen. „Die Zeche hat Wattenscheid und viele Familien über Jahrzehnte geprägt“, sagt Friedhelm Nunier.

Auch künstlerische Erinnerungsstücke werden aufgeführt. „Mehrere Wattenscheider Künstler haben sich mit der Zeche Holland und allgemein mit dem Thema Bergbau intensiv beschäftigt.“ Zum Beispiel zählt dazu der Maler Karlheinz Röber (1928-2006), der ein großes künstlerisches Interesse an „Holland-Anlagen“ hatte. Auch Edith Tesar hat sich mit der Thematik befasst – in Gedanken, Gedichten und Bildern. Gezeigt werden u.a. auch Tuschezeichnungen von Helmut Bungert. Einen original Holzschnitt erhielt Nunier vor Jahren von Erich Schürbusch nach einem bergmännischen Kohleabbau-Motiv von „Holland“.

Dieses Heft ist in einer Auflage von 1000 Exemplaren erschienen und kostet drei Euro. An welchen Stellen es ausliegt, wird in Kürze noch abgeklärt und dann mitgeteilt.

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