Erinnerung an jüdische Opfer

Ralf Drews
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Wattenscheid.  Der Rathausplatz an der Friedrich-Ebert-Straße wird in Betti-Hartmann-Platz benannt. Die Bezirksvertretung folgte damit entgegen der Beschlussvorlage der Verwaltung einstimmig einem Bürgerantrag von Hannes Bienert. „Ich bin überglücklich“, so der Sprecher der Antifa Wattenscheid. Damit soll der Opfer der Shoah gedacht werden.

Betti Hartmann war das jüngste Wattenscheider Holocaust-Opfer. Geboren am 19. Februar 1927, wurde die Schülerin am 31. August 1942 im Konzentrationslager Auschwitz getötet. Anlässlich ihres 70. Todestages initiierte Hannes Bienert (85) im vergangenen Jahr den Bürgerantrag. Im Rahmen einer Unterschriftensammlung hatten sich 59 Unterstützer gefunden. Ihm und der Jüdischen Gemeinde Bochum sei es wichtig, dadurch an das Schicksal des jüdischen Mädchens und der 87 Wattenscheider Juden zu erinnern, die von den Nazis umgebracht wurden. Auf Initiative von Bienert entstanden vor einigen Jahren auch die Glasstelen am Nivellesplatz als Erinnerung an die jüdischen Opfer.