Einbrecher stören die Idylle

Die Kupfer-Regenrinne wurde herausgebrochen, das Dach der Laube von Dieter Damann erheblich beschädigt. Foto: Gero Helm / WAZ FotoPool.
Die Kupfer-Regenrinne wurde herausgebrochen, das Dach der Laube von Dieter Damann erheblich beschädigt. Foto: Gero Helm / WAZ FotoPool.
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Wattenscheid.. Idylle pur: Blumen, Gemüsebeete, Obstbäume, gepflegter Rasen, gemütliche Lauben. Kleingärten sind bei diesen sommerlichen Temperaturen Oasen der Erholung. Doch ein Thema sorgt für Unruhe: Die Holzhütten sind derzeit wiederholt das Ziel von Einbrechern. Wenn in den Gärten das Leben erwacht, vermuten die Langfinger dort offenbar besondere Beute.

Ganz aktuell hat eine Einbruchserie die Kleingartenanlage Vogelsang in Höntrop getroffen. Nicht zum ersten Mal. Diesmal wurden in 15 Gärten die Schuppen aufgebrochen und Werkzeuge, vor allem aber Kabel gestohlen. Einige Gärtner sind in kurzer Zeit zum zweiten oder gar dritten Mal betroffen. „Wir hatten hier 60 Einbrüche innerhalb eines halben Jahres“, erklärt Inge Strang-Mainzer. „Die Schäden der vergangenen Einbrüche sind noch nicht alle behoben, da schlagen die Diebe wieder zu.“

Dabei gibt es in den Lauben überhaupt keine Reichtümer zu erbeuten. Der verursachte Sachschaden ist meistens bei weitem höher als der Wert des Diebesgutes – die Einbrecher zerstören Fenster, Schlösser und Türen. „Dreimal wurde versucht, in unsere Laube einzubrechen, zweimal ist es den Tätern gelungen. Ihre Beute: zwei Sonnenbrillen“, so Inge Strang-Mainzer und Ehemann Rüdiger Zarkan. Sie sichern die Tür zusätzlich mit einer stabilen Metallstange – aber auch das bedeute keine hundertprozentige Sicherheit.

Verstärkt auf Metall haben es die Diebe laut Polizei abgesehen. So wurden zum Beispiel bei der vorletzten Einbruchserie im KGV Vogelsang komplette Kupfer-Regenrinnen und Fallrohre gestohlen, selbst Kupferkübel ließen die Langfinger mitgehen.

Da die Täter mit brachialer Gewalt vorgingen, zerstörten sie dabei teilweise auch die Dächer. Der Sachschaden ist beträchtlich. „Und die Versicherung hat hierbei nur einen Teil der Schäden übernommen“, blickt Kleingärtner Dieter Damann auf der Leiter stehend auf sein defektes Laubendach. Von der Kabeltrommel wurde das Stromkabel abgewickelt, abgeschnitten und mitgenommen.

Was besonders ärgerlich ist: Vandalismus in den Lauben durch die Einbrecher – sinnlose Zerstörung. Die Kleingärtner sind versichert gegen Feuer, Einbruch und Diebstahl – oft wird die Versicherung über den Stadtverband Bochum der Kleingärtner abgeschlossen; er erfasst etwa 80 Kleingartenanlagen mit ca. 5600 Parzellen. Versichert ist alles, was der „kleingärtnerischen Nutzung dient“. Also nicht jeder Schaden wird ersetzt. Entscheidend ist dabei auch die Höhe der Versicherungssumme. Die Versicherungsbeiträge sind überschaubar, beginnen über den KGV-Stadtverband bei rund 26 Euro.

„Man würde sich doch viel lieber über das Grün, die Ernte und das Sommerfest unterhalten als über Einbrecher“, hofft Inge Strang-Mainzer auf friedlichere Zeiten.

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