D&W kritisiert hohe Lärmschutzwand an der A 40

Die Lärmschutzwand am Dückerweg lässt Düsenflieger und Firma verschwinden, darüber beklagt sich das Unternehmen. Foto: Gero Helm
Die Lärmschutzwand am Dückerweg lässt Düsenflieger und Firma verschwinden, darüber beklagt sich das Unternehmen. Foto: Gero Helm
Foto: Gero Helm / WAZ FotoPool

Wattenscheid.. Kult-Tuner D&W dreht nach der Insolvenz wieder auf – fühlt sich aber von der hohen Lärmschutzwand an der A 40 ausgebremst. Das Düsenflugzeug, ein Werbegag und bis vor kurzem ein echter Hingucker, ist von der Autobahn aus nicht mehr zu sehen.

Als sie am Düsenflugzeug vorbei kamen, verdrehten viele Fahrer den Kopf auf der Autobahn – ein Hingucker. Doch jetzt ist er nicht mehr zu sehen, der Flieger an der A40. Verschwunden hinter der neuen, sechs Meter hohen Lärmschutzwand am Dückerweg.

Zum Ärger der Firma D&W, die das Flugzeug zu Werbezwecken aufgestellt hat. Und die sich, wie benachbarte Geschäfte am Dückerweg auch, nun darüber beklagt, wegen der zu hohen Lärmschutzwand von der Autobahn aus nicht mehr wahrgenommen zu werden. „Der Umsatz ging seitdem deutlich zurück“, sagt Kerstin Bloch, Marketingleiterin bei D&W.

Man hätte ihrer Meinung nach die Wand – zum Anwohnerschutz gebaut – etwas versetzt oder verkürzt aufstellen sollen. Der Einbau transparenter Elemente wäre zu teuer gewesen. Auf ihre Bedenken hätten die Geschäfte den Landesbetrieb Straßen NRW in Einsprüchen hingewiesen. Die Behörde sieht das aber anders, Firmen hätten kein Anrecht, gesehen zu werden.

„Das Flugzeug ist hinter der Wand verschwunden. Jetzt denken wir über alternative Werbemaßnahmen nach, zum Beispiel Fahnen, um von der Autobahn aus besser gesehen zu werden“, betont Kerstin Bloch.

Das Schaulaufen der Schrauber

Das Schaulaufen der Schrauber
Annika Rinsche / Frank Beilenhoff

Schließlich sei auch die überregionale Kundschaft wichtig. Der Kult-Tuner, den arge wirtschaftlichen Turbulenzen ausbremsten, gibt wieder Gas. Anfang 2009 musste D&W, zuvor jahrelang auf der Überholspur, Insolvenz beantragen. Als Gründe für die Umsatzeinbrüche wurden u.a. die verschärfte Wettbewerbssituation, die Finanzkrise und die Krise der Autobranche genannt.

Im Zuge des Sanierungsverfahrens schrumpfte die Zahl der Arbeitsplätze von rund 50 auf derzeit 25. Das Unternehmen orientierte sich teilweise neu: Zur Kundschaft zählt zwar weiterhin die Tuning- und Carstyling-Szene, die Firma setzt nun aber verstärkt auch auf Autozubehör und Ersatzteile für den „normalen Bereich“ von Reifen bis Radio. Hinzu kommen der komplett überarbeitete Online-Shop und Umbauten im Laden am Dückerweg. „Außerdem die Konzentration auf Premium-Lieferanten, Senkung der Produktanzahl von ehemals 500.000 auf 100.000, wobei wir immer noch alle Segmente und Preisschienen abdecken“, so Kerstin Bloch. Geschäftsführer der neuen „D&W The Motion GmbH & Co. KG“ ist Heinz Völker.

Den legendären Hochglanz-Katalog – bekannt für die Verbindung von Autoteilen mit erotisch posierenden weiblichen Fotomodellen – gibt es derzeit nicht mehr. Doch wer auf D&W-Girls und sportliche Fahrgestelle nicht verzichten will, kann den Jahreskalender 2011 kaufen. „Limitiert auf 1000 Exemplare, Vorbestellungen sind möglich“, sagt Bloch. Geblieben ist der abendliche Freitags-Tuningtreff am Dückerweg, wenn Autobesitzer ihre aufgemotzten Fahrzeuge präsentieren.

 
 

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