Bildhauer heben Grenzen auf

Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services

Wattenscheid.. Klaus Rinke soll ihr Vorbild sein. Denn als gebürtiger Wattenscheider verstand es der Künstler, mit Wasser und Formen zu spielen, dabei immer wieder einen Bezug zur Heimat herzustellen. Wattenscheid, Wasserscheide, Watermanns Weg: Begriffe, Namen, die der Bildhauer und Maler, obschon in der Szene weltweit vernetzt und bekannt, stets in seinen Werken widerspiegelte.

Goldene Schubkarre weist den Weg

„Rinke stand für mich und mein Wirken immer im Fokus, gerne habe ich seine Vorlesungen besucht. So oft, wie er sich mit dem Thema Wasser beschäftigt hat, wollten auch wir die Themen Rinke und Wattenscheid wieder aufgreifen, haben daher diese Installation geschaffen“, schildert Daniel Pohl.

Das, was der Bildhauer mit Installation meint, steht an der Blumenfeldstraße. Seit April betreibt Pohl zusammen mit Johannes Ridder die Galerie Feinhieb in Eppendorf, zum Start wollten die Künstler mit einer Aktion auf sich aufmerksam machen. „Ziel des Projekts war und ist, die natürlichen, kulturellen und sozialen Grenzen zwischen Emscher und Ruhr aufzuzeigen und symbolisch aufzuheben“, erklärt Ridder. „Deshalb haben wir eine Steinskulptur auf der Wasserscheide zwischen Emscher und Ruhr installiert. Gibt man nun Ruhrwasser auf die eine und Emscherwasser auf die andere Seite, fließen diese Gewässer zusammen und tropfen vereinigt genau auf die Grenzlinie.“

Abweichungen seien naturgemäß vorgesehen. Pohl: „Das Wasser sucht sich so gesehen aus, ob es eher zur Ruhr- oder Emscherseite tendiert. Und eines geben wir auch gerne zu: Offiziell steht die Skulptur am Rande des Feldwegs schon auf Bochumer Stadtgebiet. Zum anarchistischen Spiel gehört, dass wir Wattenscheid kurzerhand vergrößert haben. Denn die Symbolik ist unverkennbar mit dem Ursprung des Namens verbunden.“

Als „Urban Land Art“ bezeichnen die Schöpfer ihre Kreation. „Nicht als Provokation, sondern als etwas, das die Leute haben wollen“, meint Pohl. Die Installation sei für jeden zugänglich und nutzbar, Wasser vor Ort. Den Weg dorthin weist eine goldene Schubkarre, die später weitere Aktionen des Eppendorfer Duos ausweisen soll.

Doch konzentrieren sie sich auch aufs Kerngeschäft im Atelier an der Holzstraße mit dem Verkauf von künstlerisch anspruchsvollen Grabsteinen. Zudem forcieren beide darüber hinaus gehende Projekte, so bei der Ruhrtriennale oder bei kulturellen Veranstaltungen in Frankreich. „Aber in Eppendorf verwirklichen wir unsere Kunst. Hier haben wir einen idealen Ort gefunden“, betont Daniel Pohl.

 

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