Bei Dieckmann schlägt’s jetzt 13

Der Kabarettist Jürgen Dieckmann präsentiert am 1. November sein neues Programm im Charivari, jetzt im Gastro 09 an der Berliner Straße.
Der Kabarettist Jürgen Dieckmann präsentiert am 1. November sein neues Programm im Charivari, jetzt im Gastro 09 an der Berliner Straße.
Foto: Jürgen Theobald
Der Kabarettist nimmt am 1. November das Ende von Steilmann und die Schuldigen ins Visier. Zu Donald Trump fehlen ihm (fast) die Worte, die kommende Wahl in den USA „Realsatire“.

Wattenscheid..  Er brodelt nicht, er spuckt schon Gift und Galle. Jürgen A. Dieckmann ist bekannt für klare Worte und treffsichere Salven. Sein nächstes literarisches, politisches Kabarett wird allerdings einem verbalen Vulkanausbruch gleichen. „Jetzt schlägt’s 13“ richtet Kimme und Korn seiner wortgewandten Waffen auch auf das unrühmliche Ende der Steilmann Ära.

Premiere im „Charivari“

Der Programm-Titel stand schon lange fest, da es der 13. Aufschlag ist. „Aufgrund der Ereignisse ist er aktueller denn je. Wie und warum es vorbei ging, ist nicht nachvollziehbar, ändert aber nichts an der Tatsache, dass Leute nun ohne Not ihr Leben komplett umkrempeln und von vorne beginnen müssen“, steigt Dieckmann die Zornesröte ins Gesicht. Die Fehler der „Nieten in Nagelstreifen treffen mal wieder die Mitarbeiter.“

Der 58-Jährige – „gleicher Jahrgang wie die Firma Steilmann und bekennender Gewerkschafter“ – war selbst bis zum Ende im Unternehmen tätig und sah wie viele andere mit an, wie die „Firmengeschichte in den Reißwolf kam und das Foto von Klaus Steilmann in den Müllcontainer flog.“ Nicht nur inhaltlich wird er bei der Programm-Premiere am 1. November, traditionell im „Charivari“, jetzt im Gastro 09 (Berliner Straße 42), auf die Thematik eingehen. Ehemalige Steilmann-Mitarbeiter erhalten vergünstigten Eintritt: „Genauso wie Herbert Grönemeyer die Opelaner nicht vergessen hat, möchte auch ich zumindest ein kleines Zeichen setzen.“

Auch Investmentbanker haben bei ihm einen schweren Stand: „Bei der Formulierung ‚notleidende Banken’ wird mir schlecht. Wenn es um notleidende Rentner geht, die ihr Leben lang gearbeitet und nicht gezockt haben, kann ich es nachvollziehen.“ Was ihm bei anderen fehle, wird er dem Publikum in Reinform servieren: „Man muss Ross und Reiter einfach mal nennen. Bei Firmenpleiten wird immer nur Betroffenheit geheuchelt.“ Auch Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel „eiert nur ‘rum“.

Einmal heiß gelaufen, nimmt er die Weltpolitik und jene, die bald mitmischen (möchten) ins Visier. Wie schon in der Vergangenheit muss Dieckmann eingestehen, dass auch das Kabarett an Grenzen stößt. Bestes Beispiel: Die kommende Wahl in den USA, eine Realsatire, die man sich nicht ausdenken könne. Hillary Clinton wolle es „Ehemann Bill heimzahlen und Donald Trump...? Tja, zu dem fällt mir eigentlich nichts mehr ein. Ich mag mir nicht vorstellen, dass die Abschusscodes für Atomraketen in seinen Händen liegen.“

Über zwei Stunden „Rundumschlag“

Weitere Themen beim Rundumschlag u.a.: Die angebliche „Flüchtlingsschwemme“, „70 Jahre NRW“ und etwas leichtere Kost zum Schmunzeln: „Ich kann, will und werde die Leute nicht zweieinhalb Stunden lang mit harten Themen konfrontieren.“

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