Baustellen wegen Bacharbeiten

Großbaustelle an der Ridderstraße, die vorläufig als Einbahnstraße ausgewiesen ist.Foto:Dietmar Wäsche
Großbaustelle an der Ridderstraße, die vorläufig als Einbahnstraße ausgewiesen ist.Foto:Dietmar Wäsche
Foto: Dietmar Wäsche / WAZ Fotopool

Ein großes Projekt hat sich die Emschergenossenschaft mit der Renaturierung des Wattenscheider Baches vorgenommen. Seit über anderthalb Jahren sind die Arbeiten bereits im Gange. Unter der Erde werden die Kanalrohre verlegt, doch über Tage müssen dafür große Baustellen eingerichtet werden, die den Kfz-Verkehr behindern. Derzeit an der Ridderstraße. Und sowohl Anwohner als auch der Kraftverkehr müssen damit rechnen, dass die Baustelle noch bis Ende des Jahres bestehen bleibt.

Schmutzwasser verläuft parallel

Dazu Michael Steinbach, Sprecher der Emschergenossenschaft in Essen: „Mit der Baustelle an der Ridderstraße befinden wir uns im letzten Drittel der Arbeiten über Tage.“ Dann sei zwar der Bachverlauf noch nicht fertig – zumal der parallel verlaufende Schmutzwasserkanal noch fertiggestellt werden müsse, doch sei der bereits angelegt. Ein Ende der Dauerbaustellen aufgrund der Entschmutzung des Wattenscheider Baches sei also in Sicht.

Bevor im Februar dieses Jahres die Ridderstraße in Angriff genommen wurde, war der Bußmannsweg wochenlang gesperrt. Dort herrscht längst wieder freie Fahrt.

Fertiggestellt, so Sprecher Steinbach, sei die Route vom Gertrudiscenter über die Propst-Hellmich-Promenade bis zur Bahnhofstraße. Jetzt werde am weiteren unterirdischen Verlauf des Baches – Bahnhofstraße über Ridderstraße zum Wilhelm-Leithe-Weg – gearbeitet. Ab dort werde das Gewässer wieder als offener Bach verlaufen.

Für die Bach-Renaturierung werden größtenteils unterirdisch Rohre im Vortriebsverfahren installiert, um Misch- und Reinwasser zu trennen. Dazu werden in regelmäßigen Abständen Baugruben ausgehoben; daher sind an der Oberfläche nur die Schächte und Geräte zu sehen. Im März 2014, schätzt die Emschergenossenschaft, soll der über 1,5 km lange unterirdische Kanal fertiggestellt sein. Der neue Reinwasserkanal mit einem Durchmesser von 1,20 m wird in Tiefenlagen von vier bis zwölf Metern gebaut. Der Reinwasserkanal Wattenscheider Bach kostet rund acht Mio Euro.

Der renaturierte Wattenscheider Bach ist in einigen Abschnitten als offenes Gewässer vorgesehen, zum Beispiel in Richtung Berliner Straße, außerdem zwischen Obertor und Rhein-Elbe-Halde. Wie Sprecher Steinbach weiter erklärt, soll der Wattenscheider Bach lediglich zwischen Wilhelm-Leithe-Weg und Obertor unterirdisch verlaufen; ab dort dann wieder über Tage, Richtung Gelsenkirchen, Rhein-Elbe-Halde. Schließlich mündet der Bach in die Emscher.

Blick in die Geschichte: Die Kirchenburg bildete die Keimzelle der Besiedlung Wattenscheids, gut zu verteidigen, da umgeben vom Sumpfgebiet der Radbecke (Wattenscheider Bach). Daraus leitet sich der Stadtname ab: Wattenscheid bedeutet Hügelrücken (scethe) inmitten von Watten, dem Sumpf.

Das gesamte Bauprojekt für den insgesamt 5,5 km langen Wattenscheider Bach soll wie folgt fertiggestellt werden: Abwasserkanäle bis 2017, ökologische Verbesserung bis 2020.

Mit dem Bau der Abwasserkanäle wurde früher begonnen als mit der ökologischen Verbesserung, beide Bauvorhaben sind aber noch nicht abgeschlossen.


Die Baustelle Ridderstraße wird sukzessive zurückgebaut. Letzte Arbeiten können noch im März 2014 stattfinden.

 
 

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