Bahnhof erhält Aufzug

Ralf Drews
Minister Michael Groschek, Landtagsabgeordneter Serdar Yüksel, Stadtbaurat Dr. Ernst Kratzsch, Eckart Kröck (Leiter des Stadtplanungs- und Bauordnungsamtes) am Bahnhof Wattenscheid.
Minister Michael Groschek, Landtagsabgeordneter Serdar Yüksel, Stadtbaurat Dr. Ernst Kratzsch, Eckart Kröck (Leiter des Stadtplanungs- und Bauordnungsamtes) am Bahnhof Wattenscheid.
Foto: Gero Helm / WAZ FotoPool

Wattenscheid.  NRW-Verkehrsminister Michael Groschek ließ es sich nicht nehmen, das „Sorgenkind“ persönlich in Augenschein zu nehmen: Ortstermin am sanierungsbedürftigen Wattenscheider Bahnhof.

Dabei begleiteten ihn am Montag Stadtbaurat Dr. Ernst Kratzsch und der SPD-Landtagsabgeordnete Serdar Yüksel. Groschek hatte gute Nachrichten mitgebracht: Der Bahnhof soll endlich einen Aufzug für den barrierefreien Zugang erhalten. Noch in diesem Jahr soll der Beschluss dafür fallen.

Der Bahnhof ist wahrlich kein Aushängeschild und hat eine Generalüberholung dringend nötig. Doch seit Jahren hält sich die Deutsche Bahn mit dem großen Wurf zurück, will das Bahnhofsgebäude sogar verkaufen. Doch angesichts dringend nötiger Investitionen gestaltet sich der Verkauf schwierig – vor allem der bauliche Zustand und die fehlende Barrierefreiheit werden seit langem von Bürgern und Politikern kritisiert.

Die Zahlen sprechen allerdings für sich: „Dem Wattenscheider Bahnhof kommt für viele Pendler eine zentrale Bedeutung zu. Insgesamt wird er täglich von rund 5500 Fahrgästen genutzt“, so Serdar Yüksel, der sich seit geraumer Zeit für die Bahnhofsanierung und den barrierefreien Zugang stark macht. Besonders morgens ist der Andrang enorm: Es gibt zwar zahlreiche Park&Ride-Parkplätze, doch die sind meistens vollständig ausgelastet, der Parkraum stößt regelmäßig an seine Kapazitätsgrenze.

Stadt will Umfeld aufwerten

Dr. Ernst Kratzsch kündigte an, dass die Stadt das Bahnhofsumfeld aufwerten will, angedacht sind u.a. Kreisverkehr, Fernbusstandort, Radweg- und verbesserte ÖPNV-Anbindung sowie mehr Parkraum.

Unter den Titel „Perspektiven der Stadterneuerung“ hatte die Wattenscheider SPD am Montagabend ihr Bürgerforum in der Lieselotte-Rauner-Schule gestellt. Mit Minister Groschek, Dr. Kratzsch, SPD-Ratsherr Dieter Fleskes sowie Serdar Yüksel war das Podium kompetent besetzt. Thema war dabei nicht nur der Bahnhof, sondern auch die Wattenscheider Innenstadt. Sie ist das Bochumer „Hauptnebenzentrum“, doch gibt es Probleme mit leerstehenden Ladenlokalen, häufig wechselnden Geschäften und vernachlässigten Ecken. Die Sozialstruktur des Stadtteils Wattenscheid-Mitte ist problematisch: Die Arbeitslosigkeit ist im Vergleich zum Durchschnitt deutlich höher, insbesondere die Jugendarbeitslosigkeit.

Auch hier herrscht Handlungsbedarf, war einhelliger Tenor. Dr. Kratzsch erklärte, dass die Innenstadt Fördermittel aus dem Programm „Soziale Stadt“ erhalten soll. 2014/2015 könnten die Fördermaßnahmen beginnen.