Ausnahmsweise läutet eine Glocke

Die Gemeinde St. Joseph in Wattenscheid feiert im Jahr 2011 50 Jahre Kirchweih Pastor Klaus Reiermann im Kircheninneren Bild am Mittwoch, den 22.06.2011 Foto Thomas Schild / WAZ FotoPool
Die Gemeinde St. Joseph in Wattenscheid feiert im Jahr 2011 50 Jahre Kirchweih Pastor Klaus Reiermann im Kircheninneren Bild am Mittwoch, den 22.06.2011 Foto Thomas Schild / WAZ FotoPool
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Wattenscheid..  Es wird ein Festtag sein – der kommende Samstag. Deshalb wird wenigstens eine kleine, helle Glocke läuten in St. Joseph. „Der Glockenturm muss dringend restauriert und saniert werden. Er ist schon lange eingezäunt“, so Pastor Klaus Reiermann. Aus diesem Grund rufen die Glocken schon lange nicht mehr zur heiligen Messe. „Noch nicht einmal an Ostern“, so der Geistliche. Aber am Samstag soll das anders sein. Dann feiert die Gemeinde „50 Jahre St.Joseph-Kirche“. 1961 wurden Gotteshaus und Glockenturm erbaut. Und zwar mit Backsteinfassade, so wie es sich für ein Kirche, die in Zechennähe steht, gehört. „Leider wurden Betonmauerwerk und Klinker nicht entsprechend und fachmännisch mit Drahtstiften verbunden“, so der Pfarrer. Jetzt seien Risse in der Fassade entstanden und es bestehe die Gefahr, dass Backsteine vom Glockenturm abspringen. Erst recht, wenn das gesamte Geläut erschallt.

Obwohl erst 50 Jahre alt, ist das Ensemble ein ganz besonderes – es steht unter Denkmalschutz. Was die Restaurierung nicht unbedingt erleichtert. Muss doch alles wieder so gebaut werden, wie es dem Ursprung – also dem Jetzt-Zustand – entspricht. „Und das kostet viel Geld“, so Reiermann. Im Sommer werden die Sanierungsarbeiten in Angriff genommen.

Doch das nimmt der Gemeinde nicht die Freude am großen Fest. Genau am 25. Juni 1961 wurde die Kirche durch den damaligen Weihbischof von Essen, Julius Anger-hausen, konsekriert. Geschaffen wurde das Bauwerk von dem Düsseldorfer Architekten Heinz Thoma. Nach seinen Plänen ist ein sechseckiger Raum mit den Ausmaßen von 38,30 Metern Länge, 17,30 Metern Breite und 11,80 Metern Höhe entstanden. Der Innenraum ist sechseckig angelegt mit zwei langen Seitenwänden. Thomas Absicht war es, durch ein breit angelegtes Gestühl und die Nähe zum Altarraum eine geschlossene Einheit entstehen zu lassen. Da sich die Kirche in unmittelbarer Nähe der ehemaligen Zeche Centrum befindet und insofern mit Verschmutzung zu rechnen war, ließ er die Ansicht der Außenwände im Innern der Kirche wiederkehren. Die Decke des Kirchenraums und die wertvollen, hoch angesetzten Fenster, die aus bleigefassten, mundgeblasenen Antik- oder Opakgläsern bestehen, machen das Charisma, den Charme der Kirche aus.

Auch Zeugen aus der alten St. Josephs-Kirche, die einst an der Bochumer Straße stand, aber außer Betrieb genommen wurde, da die Reparaturarbeiten und damit die Kosten nicht zu stemmen waren, haben ihren Platz im Gotteshaus an der Geitlingstraße gefunden: die vier Evangelisten. Ebenso sind viele Reliquien aus der mit St. Joseph fusionierten gemeinde St. Pius in das Kirchengebäude integriert. „Wir sind ja jetzt schließlich eine Gemeinde, auch wenn ich mir wünsche, dass noch mehr Christen aus St. Pius zu uns kommen“, so der Pastor.

Anlässlich des 50. Geburtstags gibt die Gemeinde eine Broschüre „St. Joseph – Ein kleiner Rundgang durch die Kirche“ heraus. Darin sind die vielen Besonderheiten, die das Gotteshaus zu bieten hat, aufgeführt. Mehr über St. Joseph auch auf der Internetseite www.sanktjoseph-wattenscheid.de.

 
 

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