Alte Freiheit gleicht einem Urwald

Verwüstung auch am Beisenkamp. Dort stürzte, Höhe Grünfläche zum Stadtgartenring hin, ein Baum auf ein geparktes Auto.Foto:Privat
Verwüstung auch am Beisenkamp. Dort stürzte, Höhe Grünfläche zum Stadtgartenring hin, ein Baum auf ein geparktes Auto.Foto:Privat
Unwetter richtet Verwüstung an und hinterlässt jede Menge Schäden. Leser berichten aus allen Wattenscheider Stadtteilen

Eine Verwüstung bisher ungekannten Ausmaßes: So sah es in Wattenscheid quer durch alle Stadtteile aus. Ob in Höntrop, Westenfeld oder in Günnigfeld, wo lange Zeit die Günnigfelder Straße wegen herabgestürzter Bäume, Äste und Dachziegel gesperrt war. Oder in Leithe, vor allem die Kemnastraße, die nicht mehr passierbar war. Die Parkstraße war überhaupt nicht wieder zu erkennen. Der Stadtgarten gleicht einem zerstörten Urwald, der Park am Ehrenmal auch.

„Kurz nach den schweren Regengüssen und dem unglaublichen Gewitter haben wir schon angefangen, den Keller trocken zu legen,“ berichtet Martina Berndt von der Parkstraße. „Wir haben sofort bei den Nachbarn nachgefragt, ob keinem etwas passiert ist.“ So wie Familie Berndt haben viele Wattenscheider reagiert, versucht, zu telefonieren, wobei zeitweise sowohl Telefonleitungen als auch die Handy-Netze nicht mehr funktionierten. Gestern dann das Bild am „Tag danach“. Abgeknickte Bäume, die teils auch auf abgestellte Autos gefallen waren, so im Bereich Papenburg, Beckmannshof, Berliner Straße, Zeppelindamm. Viele Strecken mussten für längere Zeit komplett gesperrt werden, u.a. Bußmannsweg und Bahnhofstraße.

Schwere Schäden entstanden auch im Bereich Ludwig-Steil-Straße/Dickebankstraße, wo entwurzelte Bäume nicht nur die Straßen unpassierbar machten, sondern in Wohnhäuser stürzten. „Unser Dach ist zerstört, durch die Löcher sind große Mengen Regenwasser geflossen“, schildert Bewohnerin Katharina Wiermann. Der Eingang ist unpassierbar, die beiden Autos unter Bäumen begraben. Auch die umliegenden Häuser sind zum Teil beschädigt, zahlreiche Dachpfannen auf die Straße geweht worden.

Viele Leser haben zur Kamera gegriffen, Fotos noch in der Nacht oder am gestrigen Tag aufgenommen und der WAZ-Redaktion zugemailt. So schickte etwa Familie Burkhardt Fotos aus der Gewitternacht – von umgestürzten Bäumen im Bereich Beisenkamp. Bernd Albers sandte Bilder von der Kreuzung Höntrop Kirche, Lohackerstraße, Franken- und Schubertweg. Auch Elke Becker schickte Bilder von den enormen Schäden im Westenfelder Grün. Ursula Sußebach nahm ein Bild vom typischen Böenkragen auf. Den „Trümmerhaufen Sachsenring“ hielt Manfred Schäfer fest, Thilo Berndt Parkstraße und Stadtgarten.

Einige Wattenscheider WAZ-Abonnenten meldeten sich gestern in der Redaktion, keine Tageszeitung bekommen zu haben. Dafür bitten wir um Entschuldigung und Verständnis, da auch so mancher Bote von den Sperrungen und unpassierbaren Straßen betroffen gewesen sein dürfte.

 
 

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