Akteure leben und lieben die Tradition

Heute wird’s ernst – und lustig. Gestern fand die Generalprobe zu „Das tapfere Schneiderlein“ auf der Waldbühne statt.Fotos:Joachim Haenisch
Heute wird’s ernst – und lustig. Gestern fand die Generalprobe zu „Das tapfere Schneiderlein“ auf der Waldbühne statt.Fotos:Joachim Haenisch
Foto: Haenisch / waz fotopool
Kolpingspielschar Höntrop gibt seit 60 Jahren Märchenspiele auf der Waldbühne

Wattenscheid..  Mit dem Stück „Das tapfere Schneiderlein“ läutet die Kolpingspielschar Höntrop heute ihre Jubiläums-Saison ein: Seit 60 Jahren führen sie im Sommer Märchen in der Waldbühne.

Was schon lange Tradition ist und aus den Sommerferien nicht mehr wegzudenken ist, begann im Jahr 1953. Damals ging die Stadt Wattenscheid auf die Kolpingsfamilie Höntrop zu und bat die Mitglieder, für die daheimgebliebenen Kinder in der Waldbühne Märchenspiele aufzuführen. Das Laienspiel war den Höntropern schon damals nicht fremd, hatten Mitglieder der Kolpingsfamilie doch bereits 1921 die Laienspielgruppe „Frohschar“ gegründet, deren Theateraufführungen sich aber nur an Erwachsene richtete.

Die Bitte der Stadt öffnete quasi den Vorhang für die Gründung der Kolpingspielschar und bereits ein Jahr später konnte das Stück „Drei Säcke voll Lügen“ Premiere in der Waldbühne feiern.

Nach 60 Jahren sind die Märchenspiele aber noch lange nicht im Schlussakt angekommen. So ist Thea Nau beispielsweise seit der allerersten Märchenszene auf der Waldbühne mit dabei und schlüpft auch in diesem Jahr wieder ins Kostüm, um eine Mushändlerin zu spielen.

Dass jemand nach sechs Jahrzehnten Märchenspielen immer noch voller Elan dabei ist, war bei der gestrigen Generalprobe gut zu sehen. Bei Grillwürstchen und Waffeln gab es für die Zuschauer aus befreundeten Verbänden der Spielschar eine heitere Privataufführung. Da klebte ein Bart nicht so, wie er sollte oder die Fliegen surrten zu spät um die Mushändlerin herum. Mit viel Selbstironie und Freude am Märchenspiel gingen die Schauspieler aber souverän mit solch kleinen Patzern um.

Und auch wenn es heute Nachmittag „ernst“ wird, werden die Mitglieder der Spielschar jede Menge Spaß haben: „In den kommenden zwei Wochen leben wir quasi auf dieser Bühne. Das ist einfach schön, hier mit so vielen Leuten zusammen etwas auf die Beine zu stellen und selbst dabei so viel Spaß zu haben“, erzählt Joachim Ridder, der eigentlich Präsident im Karneval ist, aber auch bei den Märchenspielen hinter den Kulissen mitarbeitet.

In diesem Jahr ist neben dem „tapferen Schneiderlein“ in der kommenden Woche „Pünktchen und Anton“ als Theater von Kindern für Kinder zu sehen. Während die Rollen ansonsten generationsübergreifend besetzt waren, hat die Spielschar in diesem Jahr ein Novum: Erstmalig stehen nur Kinder und Jugendliche auf der Bühne und auch die Regie wurde von zwei Jugendlichen übernommen.

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