Ärger in Wattenscheider Burger-King-Filiale reißt nicht ab

Ellen Wiederstein
Die Betriebsratversammlung fand in der Filiale statt. Gäste konnten problemlos mithören.
Die Betriebsratversammlung fand in der Filiale statt. Gäste konnten problemlos mithören.
Foto: dpa
Eine Betriebsversammlung bei Burger King am Dückerweg fand in der Filiale statt - Gäste konnten problemlos mithören. Der Anwalt des Burger-King-Franchise-Partners Yi-Ko spekuliert, dass „etwas zwischen Belegschaft und Betriebsrat nicht stimmt“. Nicht zum ersten Mal in diesem Jahr sorgt die Wattenscheider Filiale damit für Schlagzeilen.

Bochum-Wattenscheid. „Die Betriebsversammlung besteht aus den Arbeitnehmern des Betriebs; sie wird von dem Vorsitzenden des Betriebsrats geleitet. Sie ist nicht öffentlich.“ So steht es im Betriebsverfassungsgesetzt, § 41,1. Bei Burger King Wattenscheid am Dückerweg, Franchise-Nehmer ist die Firma Yi-Ko aus Stade, ist das anders. Da konnte gestern jeder Gast mithören, was die Mitarbeiter zu besprechen hatten. Um 12 Uhr fand dort gestern eine Betriebsversammlung statt – und zwar im Restaurant.

Betreten die Gäste das Lokal, finden sie an der rechten Seite diverse Stühle, Barhocker und Tische vor. Direkt vor ihnen befindet sich die Ausgabe-Theke. Im linken Bereich des Schnellrestaurants stehen ebenfalls Tische, Stühle und Sitzbänke.

Gäste konnten Betriebsversammlung problemlos mithören

Genau dort tagten gestern Mitarbeiter und Betriebsrat samt Torsten Gebehart, Gewerkschaftssekretär der Nahrung-Genuss- Gaststätten (NGG). Sie hatten einen großen Tisch gewählt und Stühle herangezogen. Manche Teilnehmer saßen auch auf der Bank mit hoher Lehne. Auf der Rückseite dieser Bank, hin zur Front des Lokals, konnten sich Gäste problemlos niederlassen und, wenn sie denn wollten, in Ruhe mithören, der internen Betriebsversammlung lauschen.

Vier, fünf Stühle sollten den Zugang zur Mitarbeiterrunde versperren. Doch wer die Toiletten oder den Wickelraum benutzen wollte, nutzte den kleinen, offen gelassenen Durchgang und lief zwangsläufig durch die Versammlung.

Spekulationen um getrübtes Mitarbeiterklima

Nicht viele Mitarbeiter, zwei an der Zahl – von etwa 35 – plus drei-köpfiger Betriebsrat und Gewerkschaft sind zur Versammlung gekommen. Torsten Gebehart (NGG): „Wir werden auf jeden Fall weiterhin versuchen, die Solidarität unter den Mitarbeitern zu behalten beziehungsweise auch immer wieder zu erneuern.“

Angemeldet worden sei die Versammlung, so einer der Betriebsräte (Name der Redaktion bekannt), bereits vor drei Wochen – schriftlich. „Nichts Offizielles gehört“ habe er auf sein Schreiben von der Filialleitung. Auch nicht, ob denn nun ein Raum zur Verfügung gestellt, und falls nicht vorhanden, das Restaurant für eine Zeit geschlossen würde, damit die Versammlung ungehindert stattfinden könnte. Die Filialleitung vor Ort wollte nicht Stellung nehmen. Yi-Ko-Anwalt Helmut Naujoks dazu: „Der Betriebsrat hat selbst entschieden, wo er die Versammlung abhalten will.“ Und zur geringen Teilnehmerzahl sagte er: „Es entsteht der Eindruck, dass hier zwischen Mitarbeitern und Betriebsrat etwas nicht stimmen kann.