A40-Ausbau soll im Frühjahr 2013 fertig sein

Wattenscheid.. Das Gelände ähnelt einer großen Kraterlandschaft, die Baustellen ziehen sich über Kilometer hin. Eine echte Herausforderung, hier den Überblick zu behalten und dafür zu sorgen, dass der Verkehr trotzdem rollt.

„Jetzt gut festhalten“, sagt A 40-Projektleiter Rolf Witte, der im VW Bulli die steile Schotterpiste hinter der Hansastraße hinauf fährt. Mittendrin auf der Großbaustelle A 40/Westkreuz: riesige Krater und Erdhügel, Baufahrzeuge und Schwerlaster, die pausenlos Boden von A nach B bewegen.

Zehn Tage lang hatte Rolf Witte Urlaub, jetzt muss sich der Projektleiter für den sechsspurigen Autobahnausbau und das neue Westkreuz erst mal einen Überblick davon verschaffen, wie sich die Mega-Baustelle in dieser Zeit entwickelt hat. „Da sieht’s jede Woche anders aus. Wir kommen zügig voran“, blickt er aus dem Seitenfenster.

Straßenbahn bekommt eigene Spur auf Wattenscheider Straße

Hält an, steigt aus, spricht mit den Arbeitern. Hier entsteht die neue Brücke für die Wattenscheider Straße über die A 40, die neue Trasse in Richtung Hansastraße ist bereits zu einem großen Teil fertig. Die Straßenbahn wird in diesem Bereich der Wattenscheider Straße eine eigene Spur erhalten, was die derzeit nervige Verkehrssituation entzerren soll – „immerhin sind hier täglich rund 25 000 Autos unterwegs“, sagt Witte. Ein gesonderter Geh-/Radweg ist außerdem vorgesehen. Die alte Autobahnbrücke wird abgerissen.

Durch die künftige Verkehrsführung werden, so Witte, weniger Fahrzeuge über die Bochumer Straße rollen und mehr über die Hansastraße. Auch die Darpestraße erhält in diesem Bereich eine neue Trasse. Der Ausbau der Kreuzung Darpe-/Hansa-/Wattenscheider Straße (Bauvolumen ca. 1,53 Mio Euro) soll im Februar 2012 beendet sein.

Regenrückhaltebecken und Lärmschutzwand geplant

Nur wenige Meter entfernt, im Bereich „Mühlenkamp“, entsteht bis zum Jahresende ein großes Regenrückhaltebecken: „Achtzig Meter lang, fünf Meter tief. Rund 22 000 Kubikmeter passen da rein“, sagt Rolf Witte. Der Goldhammer Bach, der dort entlang führt, wird renaturiert. Ein zweites großes Regenrückhaltebecken entsteht entlang der Gollheide, rund 540 Meter lang; dort findet sich jetzt ein verlegter, ausgetrockneter Bachverlauf – Fertigstellung ist im Sommer 2012. Etwa 12 000 Kubikmeter passen dort hinein. Beide Becken sollen Regenwasser aus der Autobahnentwässerung aufnehmen.

Rolf Witte wendet den VW Bulli, fährt jetzt über die Großbaustelle auf eine A 40-Sonderspur Richtung Heide-/Walzwerkstraße. Durch den sechsspurigen Ausbau rückt die Autobahn kräftig an die Gärten und Häuser heran. Als Anwohnerschutz entsteht dort derzeit ein Steilwall mit aufgesetzter Lärmschutzwand, insgesamt laut Witte etwa 12,5 Meter hoch.

Ausbau ist unterteilt in drei Bauabschnitte

Erneut wendet Witte den Bulli, steuert nun die gigantischen Brückenbauwerke fürs Westkreuz an – geschwungene Betonpisten auf mächtigen Stelzen in luftiger Höhe, die als Schlusspunkt im Frühjahr 2013 die reibungslose Verbindung zwischen A 40 und Donezk-Ring herstellen. Der staugeplagte Autofahrer wird dann endlich durchatmen.

Der sechsspurige Ausbau der A 40 samt Westkreuz unterteilt sich in drei Bauabschnitte. Der Autobahnbereich zwischen Gelsenkirchen-Süd und Wattenscheid-Bahnhof soll noch im Oktober komplett errichtet werden. Abschnitt B (Anschlussstelle WAT-Bahnhof bis Walzwerkstraße) ist noch im Bau, „wir wollen hier bis Ende 2011 fertig werden“, erklärt Projektleiter Rolf Witte. Abschnitt C umfasst den Bereich des Westkreuzes mit zahlreichen Baumaßnahmen; Abschluss der Arbeiten soll im April 2013 sein.

Großes Projekt als Herausforderung

Die Gesamtkosten liegen bei rund 170 Millionen Euro. Projektleiter für diese drei Abschnitte ist der Eppendorfer Rolf Witte, der koordinierend mit Blick auf die zahlreichen Einzelmaßnahmen und beauftragten Unternehmen wirkt.

Der 58-jährige Bauingenieur hat bereits einige Großprojekte geleitet, „doch dieses Projekt ist aufgrund seiner Dimension schon eine ganz besondere Herausforderung. Und liegt dazu noch in meiner Heimatstadt“. Worauf er besonders stolz ist: „Bis jetzt ist alles recht reibungslos gelaufen und wir liegen nicht nur gut im Zeitplan, sondern sind teilweise sogar etwas schneller als geplant.“

 
 

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