„Wir dürfen riechen“

Mit einem Rauchgastest wollte die Firma zeigen, wie schnell Geruch absorbiert wird.Foto:Oliver Mengedoht
Mit einem Rauchgastest wollte die Firma zeigen, wie schnell Geruch absorbiert wird.Foto:Oliver Mengedoht
Foto: WAZ FotoPool

Marl..  „Wir dürfen riechen. Wir sind auch immer zu riechen.“ Burkhard Althaus ist auf dem Saria-Gelände in Marl-Frentrop zuständig für die Technik. Und er kennt den Kern des Problems: Die Gerüche des Lebensmittelverwerters sind keine „erhebliche Belästigung“. Eine Bürgerinitiative sieht das anders und wehrt sich heftig gegen eine Verdopplung des Betriebsgeländes.

Die Sache mit den Gerüchen stand gestern im Mittelpunkt eines Experimentes, das den Politikern zeigen sollte, dass alles in Ordnung ist auf dem Firmengelände. „Rauchbomben“ wurden gezündet — das Absaugen der Schwaden funktionierte. Alle Gerüche wurden abgesaugt und unter eine Riesenwanne mit Wurzelholz gepresst. Was dann wieder aufsteigt, riecht moorig-erdig und verflüchtigt sich.

Die Vorführung ist eindrucksvoll, genau so wie die Ansammlung von Edelstahl, Rohren, Gestängen und blitzblankem Beton. Und trotzdem gibt es Klagen über „bestialischen Gestank“. „Ich gehe davon aus, dass sich nicht alle Kläger irren können“, hält Josef Heinen (SPD) dem Geschäftsführer Patrick Wilkens vor.

Eine Erklärung gibt es nicht, nur Möglichkeiten: Wenn das Holz für die biologische Abluftreinigung gewechselt wird (alle drei bis fünf Jahre), dann gibt es ein Loch. Oder wenn mal Arbeiten durchgeführt werden. Vielleicht war das der Grund, weshalb es zu Weihnachten gestunken hat. Auf keinen Fall könne es am Wochenende mehr werden, denn dann werde ja die Anlage deutlich zurückgefahren.

Nur fünf Beschwerden pro Jahr

„Wir führen seit 20 Jahren ein Beschwerdebuch“, sagt Wilkens stolz. Es gebe nur vier bis fünf Beschwerden pro Jahr. Klagen der Bürgerinitiative „Marler haben Nase voll“ lägen nicht vor. „Es gibt keinen Kontakt mit uns.“

Bürgermeister Werner Arndt spricht die Unzufriedenheit in der Bevölkerung und insbesondere im Rat an: „Es geht das Gerücht, dass Ihre Informationspolitik nicht die beste ist.“

Die leitenden Mitarbeiter bei Saria widersprechen nicht, verweisen aber auf ihre Informationsveranstaltung. Doch dass sich hier etwas grundlegend ändert, das ist nicht zu erkennen. Obwohl mehrere Politiker drängten.

Wie geht es nun weiter mit der geplanten Erweiterung? Bevor der RVR nicht signalisiert hat, dass man sich in ein Landschaftsschutzgebiet hinein vergrößern kann, passiert gar nichts, sagt Wilkens.

 
 

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