Wieder grüßt die Fledermaus

Sie wurde zwar nicht gefunden, aber sie bleibt trotzdem ein Thema: die Fledermaus. Wenn wie geplant in der letzten Januarwoche der Abriss von Ring- und Pestalozzischule startet, sind dort nicht nur Baumaschinen und Blaumänner zu sehen, sondern auch eine Diplom-Ökologin. Sie ist zuständig für die sogenannte ökologische Baubegleitung. Und in ihrem Fokus stehen die Fledermäuse.

Datteln.. Wie wir bereits berichtet hatten, ist die Stadt verpflichtet, kurz vor dem Beginn der Abrissarbeiten zu kontrollieren, ob nicht doch Fledermäuse in dem Gemäuer nisten. Diese Kontrolle hat nun stattgefunden. Das Ergebnis war negativ, also positiv für die Stadt. Der Abriss kann beginnen.

Was aber, wenn sich in den geplanten vier Abrissmonaten doch noch die Nachtflieger einnisten? Das kontrolliert die Ökologin und kann laut Stadtsprecher Dirk Lehmanski im Falle von Hinweisen auf Fledermäuse den Abriss auch stoppen. Und zwar so lange, bis die Tiere vernünftig "umgebettet" seien. Würden Fledermäuse im Winter aufgeschreckt, könne das für die Tiere negative Folgen haben.

Die ökologische Baubegleitung gibt es nicht zum Nulltarif. Genaue Summen wollte Dirk Lehmanski nicht nennen, aber das Honorar sei bereits in den Abrisskosten eingerechnet. 580 000 Euro stehen dafür im städtischen Haushalt, die Ausschreibung hat aber deutlich niedrigere Abrisskosten ergeben, sagt die Stadtverwaltung.

Die Fledermäuse begleiten das Thema Abriss Ringschule seit vielen Monaten. Ende März 2014 hatte der damalige Bürgermeister Wolfgang Werner auf Nachfrage noch gesagt, die von der Kreisverwaltung angeordnete Artenschutzuntersuchung würde den Verdacht nicht erhärten, dass die Gebäude ein Rückzugsquartier für Fledermäuse sein könnten.

Aber Fledermausexperten entdeckten später doch noch so einiges im Schulgebälk. Zwar keine Fledermäuse, aber Überbleibsel von typischer Fledermaus-Beute: Schmetterlinge und Falterflügel. Außerdem ist der nahe gelegene Mühlenbach erwiesenermaßen ein Jagdrevier der Flattermänner. Das führte zu "vertiefenden Untersuchungen zum Fledermausbestand". Mehrere Monate gingen ins Land, der Abriss verzögerte sich.

Eine solche ökologische Baubegleitung gibt es übrigens nicht zum ersten Mal in Datteln. Etwas ähnliches gab es bereits bei den Bauarbeiten für den neuen Betriebshof der Stadt auf Emscher-Lippe. Damals ging es um Wohl und Wehe der gemeinen Kreuzkröte. Während der Tiefbauarbeiten hielt ein Fachmann ständig Ausschau nach den schlüpfrigen Tieren, damit die nicht sprichwörtlich unter die Räder kommen.

EURE FAVORITEN