Verkehrsversuch hat sich bewährt

Rücksicht hat Vorfahrt! Ein Banner mit dieser Aufschrift ziert jetzt das Glashaus. Was hat es damit auf sich? Im letzten Jahr wurde die Fußgängerzone für den Radverkehr geöffnet. Damit das Miteinander von Passanten und Radlern funktioniert, gilt es, Rücksicht zu nehmen.

Herten. Die Innenstadt wurde im vergangenen Jahr komplett für den Radverkehr geöffnet. "Wir hatten erst überlegt, eine räumliche oder zeitliche Einschränkung für den Radverkehr in der Fußgängerzone vorzunehmen", erläutert Fachbereichsleiter Ralf Terpoorten. "Wir haben uns dann aber doch für eine klare und einfache Regelung entschlossen, damit keine Verwirrungen entstehen." Klaus Droste, Sprecher des Fahrradclubs ADFC in Herten, ist beeindruckt davon, wie gut das Projekt funktioniert: "Normalerweise sind immer alle voneinander getrennt: Autofahrer, Radfahrer, Fußgänger - alle haben ihren eigenen Bereich. Hier gibt es ein Miteinander, und das finde ich toll." Manch einer macht sich jedoch Sorgen, ob die Radfahrer nicht die Fußgänger gefährden. Heinz Vorlicek, zuständiger Bezirkspolizeibeamte, stellt fest: "Bisher wurde uns nicht ein Unfall gemeldet, der mit dem erlaubten Radfahren in der Fußgängerzone in Verbindung steht." Lydia Schäfers vom Projektteam fahrradfreundliche Stadt ergänzt: "Das klappt natürlich nur, wenn jeder aufpasst. Das wollen wir den Bürgern noch einmal deutlich machen." Bürgermeister Dr. Uli Paetzel betont, wie wichtig respektvoller Umgang im Straßenverkehr ist: "So ein Projekt funktioniert, wenn alle mitmachen."