Verkauf der Zechenbaron-Gebäude so gut wie sicher

Es geht voran: Die Chancen stehen gut, dass die ZEEurige Zechenrelikte wie Schacht 2 (r.) oder den ebenfalls denkmalgeschützten Malakowturm kaufen und entwickeln kann
Es geht voran: Die Chancen stehen gut, dass die ZEEurige Zechenrelikte wie Schacht 2 (r.) oder den ebenfalls denkmalgeschützten Malakowturm kaufen und entwickeln kann
Foto: WAZ Fotopool

Herten.  In den seit Jahren andauernden Wirrwarr rund um die undurchsichtigen Eigentumsverhältnisse und die Zukunft mehrerer historisch wertvoller Gebäude auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Ewald kommt entscheidende Bewegung. Am Montag erzielten die „Zeche Ewald Entwicklungsgesellschaft mbH“ (ZEE) als Interessent und ein Großteil der Gläubiger des seit 2010 insolventen einstigen Besitzers und „Zechenbarons“ Wolfgang Werner weitestgehende Einigung über Kauf und Verkauf. Aktuell, heißt es, fehlen nur noch juristische Details, so dass beide Parteien zuversichtlich sind, vielleicht bis Anfang August alles in trockenen Tüchern zu haben.

„Jawoll, seit gestern sind wir Besitzer. Mit Nutzen und Lasten und auch in der Haftung“, freute sich ZEE-Geschäftsführer Gerhard Albers am Dienstag. Seit zehn Monaten ist die aus Hertener, Bochumer und Gelsenkirchener Geschäftsleuten bestehende ZEE brennend an einem Kauf interessiert und hatte auch frühzeitig ein Angebot abgegeben, um die ehemaligen Gebäude des „Visionärs“ Werner gemeinsam mit dem RVR, der Stadt Herten, der RAG Montan Immobilien, dem Hertener Tourismusbüro und dem Revuepalast Ruhr nachhaltig für die Zukunft zu entwickeln und auch zu vermarkten.

Die aus rein kaufmännischer Sicht eher wertlose Rasenhängebank und das Maschinenhaus Süd gehören der ZEE laut Albers nunmehr, lediglich bei der ehemaligen Heizzentrale, in der seit einigen Jahren der renommierte Revuepalast von Prinzipal Christian Stratmann Erfolge feiert, bei Schacht 2 und dem Malakowturm gibt es, wie es heißt, noch ein wenig Klärungsbedarf. „Die Wartezeit hat zumindest in Teilstücken ein Ende. Nun müssen wir über den Insolvenzverwalter aber noch das zuständige Finanzamt in Gelsenkirchen-Nord dazu bringen, auf die ursprünglich vorgesehene Zwangsversteigerung zu verzichten“, so Albers. Erst mit einer gültigen Löschungsbewilligung im Rücken könne man dann ernsthaft mit der Entwicklung beginnen und auch seriös mit potenziellen neuen Mietern verhandeln.

Optimismus versprüht auch der für Wolfgang Werners persönliches Eigentum zuständige Insolvenzverwalter Richard Lorisch aus Herten. „Am Montag wurde in der Tat ein Kaufvertrag geschlossen, jetzt aber gilt es abzuarbeiten, ob der auch abgewickelt werden kann.“

Die ungesicherten Gläubiger Werners hätten allesamt grünes Licht für einen Verkauf an die ZEE gegeben, ebenso die meisten gesicherten Gläubiger, die noch Rechte an Grundstücken und Gebäuden haben. Die meisten, aber halt noch nicht alle, was genau die Verhandlungen noch ein wenig verzögert, aber letztlich nicht mehr zu sein scheint als eine Formsache.

Vor einigen Jahren war Wolfgang Werner lautstark angetreten, aus Ewald einen gar luxuriösen Standort zu machen. Was einmal als große Liebe begann, endete 2010 jedoch im finanziellen Desaster. Seitdem war völlig offen, wie es weitergehen kann rund um eines der einst prächtigsten Bergwerke Europas.

Die Entwicklungspläne:

Heizzentrale (erbaut nach 1919). Denkmal. 1992 m². Plan: Erhalt Revuepalast (seit 2009)
Schacht 2 (1888-’92). Denkmal. 1515m². Plan: Restaurant (Baugenehmigung liegt vor)
Malakowturm (1872-’75). Denkmal. 1014m². Plan: Hotel/Büro (Baugenehmigung liegt vor)
Maschinenhaus Süd (1954). 2101m². Denkmal. Plan: Eventhalle/Diskothek, Bar/Jazzkeller
Rasenhängebank (1953/’54); 8661 m². Das „Sorgenkind“

 
 

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