Verband kündigt Konsequenzen an

Norbert Schmitz
Gut versorgt werden die Hunde im Tierheim Recklinghausen. Hier wiegt Hundepfleger Sebastian Schwarz einen der Foxterrier.Foto:Joachim Kleine-Büning
Gut versorgt werden die Hunde im Tierheim Recklinghausen. Hier wiegt Hundepfleger Sebastian Schwarz einen der Foxterrier.Foto:Joachim Kleine-Büning
Foto: WAZ FotoPool

Oer-Erkenschwick.  Über den Einsatz der Behörden beim Hundezüchter B. vom Oberdorfweg in Oer zeigte sich Friedrich-Wilhelm Schöneberg, Präsident des Deutschen Foxterrier-Verbandes, im ersten Moment geschockt. Jetzt, nachdem er sich intensiv mit dem Fall auseinandergesetzt hat, lautet sein Urteil: „Die Amtstierärztin hat vollkommen richtig gehandelt.“

Wie die WAZ berichtete, hatten Kreisveterinäramt mit Unterstützung von Polizei und Ordnungsamt 46 Foxterrier, die auf dem Hof von Rudolf B. in keiner tierschutzgerechter Weise untergebracht waren, beschlagnahmt und die Hunde in umliegende Tierheime – die meisten von ihnen in Recklinghausen – untergebracht.

Nach Einschätzung Schönebergs muss es schon in der Vergangenheit zu Problemen gekommen sein, ohne dass der Verband davon Kenntnis bekam. Bei Ortsterminen, die der Züchterverband in regelmäßigen Abständen in den Zwingern der Verbandsmitglieder durchführt, sei man am Oberdorfweg möglicherweise immer wieder getäuscht oder vom tatsächlichen Zustand abgelenkt worden. Seiner Ansicht nach lebe Rudolf B. „in einer anderen Welt“. Der Verband werde noch über Konsequenzen nachdenken.

Noch keine Vermittlung möglich

„Wenn Hunde so gehalten werden, treibt es mit die Tränen in die Augen“, gibt Friedrich-Wilhelm Schöneberg unumwunden zu. Er hoffe, dass die beschlagnahmten Terrier noch ihrer Unterbringung in den Tierheimen in gute Hände kommen werden. Das wird vorerst aber nicht möglich sein, beschreibt Nina Schmidt die Situation. Die Leiterin des Tierheimes Recklinghausen, in dem 36 der beschlagnahmten Foxterrier aufgenommen wurden, verweist darauf, dass derzeit noch Gespräche zwischen dem Kreisveterinäramt und dem Züchter aus Oer geführt werden. Nachdem der Fall auch in der WDR-Sendung „Tiere suchen ein Zuhause“ aufgegriffen worden war, hätten sich schon viele Leute gemeldet, die ein Tier haben möchten.

Der Verband für das Deutsche Hundewesen (VdH) nimmt den Fall Rudolf B. zum Anlass, in einer Versammlung des Dachverbandes im Januar die Mitgliedsverbände noch einmal ausdrücklich auf Konsequenzen – die es auch gegen B. geben wird – hinzuweisen, wenn Tiere nicht ordnungsgemäß gehalten oder vernachlässigt werden.

„Ein Zuchtwart muss bei den Ortsbesichtigungen auch hinter die Kulissen schauen und sich nicht blenden lassen“, sagt VdH-Geschäftsführer Leis Kopernik.