„Tempus via“ bis ultimo

Die geplante Bruecke über die Dorstener Strasse entlang der Römerroute  in Haltern.  Bild: RVR
Die geplante Bruecke über die Dorstener Strasse entlang der Römerroute in Haltern. Bild: RVR
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RVR wartet auf Genehmigung für Radweg auf der alten Bahntrasse. Kreis sagt: „Wir haben noch Gesprächsbedarf“

Haltern am See / Vest.. Der Regionalverband Ruhr (RVR) baut den 56 Kilometer langen Rad- und Wanderweg auf der alten Bahntrasse zwischen den Römerlagern Xanten und Haltern weiter aus. Der Baubeginn für das Teilstück zwischen der Straße „Ikenkamp“ und dem Oelder Weg in Lippramsdorf ist für diesen Herbst geplant. 2013 soll das Teilstück fertig gestellt sein. So hieß es am Dienstag im Bau- und Verkehrsausschuss.

Ob der Terminplan allerdings eingehalten werden kann, ist offen. „Wir kämpfen um die landschaftsrechtliche Befreiung“, sagt RVR-Projektleiter Heinrich Jolk. Der RVR stehe mit der Landschaftsbehörde „im intensiven Gespräch“ und hofft auf „einen Kompromiss“. Das Problem: Die Untere Landschaftsbehörde des Kreises Recklinghausen hat die Maßnahme bislang nicht genehmigt – was den RVR wundert. „Aus unserer Sicht gibt es keinerlei Bedenken“, so Jolk und verweist auf die umfangreiche Artenschutzprüfung, die ein Gutachter-Büro im Auftrag von RVR Ruhr Grün durchgeführt hat. Überprüft wurde, ob nach EU-Recht streng geschützte Arten (wie Zauneidechse und Fledermäuse) durch die Baumaßnahme verdrängt oder vernichtet würden. „Das ist aber nicht der Fall“, so Jolk.

Auf eine Genehmigung muss der RVR indessen noch warten. Denn: „Wir sehen noch Gesprächsbedarf“, heißt es beim Kreis.. Bereits 2002 habe das Vestische Umweltzentrum des Kreises beim RVR Bedenken bezüglich der Planung angemeldet. Als Untere Landschaftsbehörde sei man gehalten, „in solchen Gebieten unnötige Eingriffe zu vermeiden und zu gucken, ob Alternativen vorhanden und möglich sind.“ Diesen Beleg habe der RVR bis heute nicht erbracht, so Kreissprecherin Svenja Küchmeister. „Der Kreis wird deshalb das Gespräch mit dem Regionalverband suchen.“ Einen Parallelweg für den innerörtlichen Radverkehr gibt es entlang der Dorstener Straße.

Seit Dezember 2010 liegt dem RVR der Bewilligungsbescheid der Bezirksregierung für das geplante Teilstück vor. Die Baukosten belaufen sich auf 1,6 Mio Euro, darin enthalten auch die Kosten für die geplante Brücke „Tempus via“ über die Dorstener Straße in Höhe der alten, inzwischen abgerissenen Eisenbahnbrücke. Dort sind noch Teile der alten Widerlager vorhanden und können genutzt werden. Für die Fahrradbrücke hatte es einen „kleinen Wettbewerb“ (Jolk) gegeben. Den Zuschlag bekam die Ingenieurgesellschaft „Schüßler Plan“.

Der weitere Verlauf des Radweges erfolgt etwa parallel zur Lippe Richtung Berg-Bossendorf, südlich des Ortsteils Freiheit bis Lippramsdorf und Marl. In Berg-Bossendorf wird in Höhe der Rechts-Links-Kurve eine Druckampel-Anlage installiert, um Fahrradfahrern (und Fußgängern) eine sichere Querung der Dorstener Straße zu ermöglichen. Die wassergebundene Wegedecke eignet sich nicht zum Skaten für Inliner. Skater sollen auf den vorhandenen Fahrradweg entlang der Dorstener Straße ausweichen.

 
 

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