Stadt reglementiert

Maximal  drei Tage dürfen Wohnmobilisten die neuerdings kostenpflichtigen Stellplätze an der Hullerner Straße nutzen.
Maximal drei Tage dürfen Wohnmobilisten die neuerdings kostenpflichtigen Stellplätze an der Hullerner Straße nutzen.
Foto: WAZ FotoPool

Haltern am See.  20 und mehr Wohnmobile sind in den Sommerferien keine Seltenheit auf den Stellplätzen an der Hullerner Straße. Es reicht, sagt die Stadt Haltern am See und greift ab heute ordnend ein.

Zur einen Seite rauschen Autos auf der Bundesstraße 58 vorbei, zu anderen Seite stehen Einfamilienhäuser mit gepflegten Vorgärten, einige Meter weiter fällt der Blick auf die Brandruine des ehemaligen Hotels „Seestern“. Der Halterner Stausee ist nur wenige hundert Meter entfernt. Das Beste: Die Plätze sind kostenfrei. Die Nutzung einer Fäkalienanlage ist umsonst. Die Besitzer der Wohnmobile zahlen nur für Strom und Wasser.

Idylle zwischen See und Straße

So wie an der Hullerner Straße ist der Platz für das Wohnmobil ideal: quadratisch, gepflastert und dem Stausee so nah, dass man nachts die Wellen schwappen hört. Morgens, beim ersten Blick aus dem Fenster, sieht man in dichte, grüne Baumkronen. Diese Idylle lockt Wohnmobilisten aus der Republik und aus den Nachbarländern.

Als Angebot zur Fußballweltmeisterschaft hatte die Stadt Haltern am See im Jahr 2006 die Stellplätze für Wohnmobile an der Hullerner Straße ausgewiesen. Sie legte Wasser- und Stromanschlüsse – und die Camper kamen. Das Angebot wurde gut angenommen. Allerdings nicht mehr nur von Wohnmobilisten, die ihre Füße für einen Tag in den Stausee hängen lassen wollen und ein, zwei Nächte bleiben. In der Hauptsaison entsteht hier ein kleines Dorf für Gleichgesinnte.

Wäschewechsel unter freiem Himmel

„Einige Besitzer von Wohnmobilen wohnen dort regelrecht“, sagt Stadtpressesprecher Georg Bockey. Mit der wachsenden Zahl wächst die Geräuschkulisse, Fernseher laufen, das Wasser an den Zapfstellen plätschert, Wäscheleinen werden gespannt. Einer hat Pflanzen gesetzt, die er regelmäßig gießt. Ein anderer hat seinen Anhänger zum Kleiderschrank umfunktioniert und wechselt täglich unter freiem Himmel die Wäsche. Kein Wunder: Anwohner, die gegegnüber wohnen, nehmen Anstoß.

Die Stadt auch. Am Mittwoch haben die Mitarbeiter des Baubetriebshofes Schilder aufgestellt, die die Camper über die Änderungen informieren. Ab dem heutigen Samstag müssen die Wohnmobilisten fünf Euro pro Tag und Fahrzeug zahlen. Plus Gebühren für Strom und Wasser. Die Verweildauer ist auf drei Tage beschränkt. Die Stadt wird die Umsetzung kontrollieren. „Ein städtischer Bediensteter wird täglich zur Hullerner Straße gehen und kassieren“, betont Georg Bockey. „Das hat nichts mit Sparmöglichkeiten im Zuge der Teilnahme der Stadt Haltern am See am Stärkungspakt zu tun, sondern dient allein dem Ordnungscharakter.“

Unabhängig von den Reglementierungen plant die Stadt, die Stellplätze von der Hullerner Straße an den Lippspieker zu verlagern. Darüber informierte Baudezernent Wolfgang Kiski im Umweltausschuss. „Auf der Freizeitplatte Lippspieker könnten die Wohnmobilisten auch das Hallen- und das Freibad Aquarell nutzen.“ Ohne Blumenpflanzen und Freikörperkultur

 
 

EURE FAVORITEN