Schachverein feiert seinen 50.

Schachspiegeleien ist der Titel der Ausstellung, die anlässlich des 50-jährigen Jubiläums vom Halterner Schachverein Königsspringer vom 25.11.2012 an in der Stadtbücherei Haltern an der Lavesumer Straße zu sehen ist. Das Schachspiel mit Asterixfiguren ist im Besitz der Stadtbücherei. Foto: Lutz von Staegmann / WAZ FotoPool
Schachspiegeleien ist der Titel der Ausstellung, die anlässlich des 50-jährigen Jubiläums vom Halterner Schachverein Königsspringer vom 25.11.2012 an in der Stadtbücherei Haltern an der Lavesumer Straße zu sehen ist. Das Schachspiel mit Asterixfiguren ist im Besitz der Stadtbücherei. Foto: Lutz von Staegmann / WAZ FotoPool
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Haltern am See..  Er dürfte zu einem der leisesten Clubs in der Halterner Vereinslandschaft gehören. Doch mit über 60 Mitgliedern haben sich die „Königsspringer“ zum zweitgrößten Schachverein im Kreis Recklinghausen etabliert. Inzwischen gibt es den Schachclub seit 50 Jahren, was mit einer umfangreichen Ausstellung in der Stadtbücherei Haltern am See gefeiert wird.

Der Verein gründete sich auf Initiative des ehemaligen Hauptschulleiters Dieter Stüber (73) am 20. April 1962. Von den Gründungsmitgliedern leben außer Stüber noch Franz Dreckmann (89) und Bernhard Pöter (84). Aus den Reihen der „Königsspringer“ geht auch der heutige Jugendtrainer des Deutschen Schachbundes, Thomas Michalczak, hervor. Mit fünf Mannschaften betreibt der Verein heute Schach als Breitensport und eine intensive Jugendarbeit (das jüngste Mitglied ist sieben).

Remis ist das häufigste Ergebnis

Die häufigste aller Fragen: Haben Schachspieler einen höheren IQ haben als Nicht-Schachspieler? Dazu der amtierende Kreismeister Josef Czarnik: „Einen guten Schachspieler macht aus, dass er die Spielzugvarianten des Gegners und die eigenen vorausdenken kann.“ Mit jedem Zug ändere sich die Situation, dann müsse man „neu rechnen“. „Das verlangt höchste Konzentration. Drei Stunden Schachspiel ist, als wenn man vier Stunden lang Matheaufgaben löst.“

Wer das Spiel ernst nimmt, bereitet sich vor, indem er sich im Internet die Elo-Zahl des Gegners anschaut (sie beschreibt desen Spielstärke), seine Partien studiert und dessen Taktik herausfindet. Mancher Spieler lässt komplizierte Züge vom Computer durchrechnen und schlägt alle möglichen Varianten in Schachbüchern nach. „Andere haben bekannte Partien im Kopf.“ Aber das reicht eben nicht, um ein guter Spieler zu werden. Denn so oder so: „Das Schachspiel ist das einzige Spiel, wo es keinen Zufall gibt; man muss sich alles erspielen und erarbeiten“, sagt Czarnik und zitiert Garri Kasparow: „Schach ist Wissen, Kunst und Sport.“ Das Spiel der Könige hat im Zeitalter des World Wide Web das Vereinslokal hinter sich gelassen. Die Anziehungskraft virtueller Schachräume begeistert heute die Spieler, weil jeder Schachspieler gute Aussichten hat, auf gleichwertige Spieler fremder Nationen zu treffen und mit ihnen Partien auszutragen, zu denen es im Vereinsleben niemals gekommen wäre. Nachteil: Bei gleich guten Spielern endet das Spiel remis – das häufigste Ergebnis im Schach.

 
 

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