Rechte Parolen im Marler Alltag

In Marl haben sich vier Schülerinnen auf die Suche nach Neonazi-Schmierereien und ausländerfeindlichen Parolen gemacht. Sie wurden öfter fündig, als sie erwartet hatten.Entdeckt haben sie auch viele Symbole, die in der rechten Szene bekannt, für andere aber nicht leicht zu entschlüsseln sind.

Marl... Antifa töten!" Dieser unverhohlene Aufruf in der Brasserter Bogenstraße ist ein Beispiel, das für viele weitere in Marl steht. Die bitterböse Parole leuchtet in der Februar-Sonne. Die vier Schülerinnen des Albert-Schweitzer-Geschwister-Scholl-Gymnasiums haben sie schon vor Monaten in ihren Katalog aufgenommen. (Antifa steht für Antifaschismus/Antifaschistische Aktion.)
"Neonazi-Propaganda im Marler Alltag?" heißt das Projekt, das die vier Schülerinnen mit ihrem Lehrer Martin Schmitt am ASGSG durchgeführt und beim Tag zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar zum ersten Mal vorgestellt haben
Symbole für Rechtsextremismus haben die Jugendlichen vor allem in Brassert und Marl-Mitte gefunden. An der Sickingmühler Straße haben sie Aufkleber "Europa wählt rechts" fotografiert. Die Aufzählung ließe sich lange fortsetzen: Werbung für die "Autonomen Nationalisten", Sticker des "Nationalen Widerstands" ...
"In der rechtsextremen Szene sind die Codes bekannt, aber viele waren für uns auf den ersten Blick nicht zu entschlüsseln", erklärt Projektlehrer Martin Schmitt. Beim Decodieren hat die Broschüre "Versteckspiel" geholfen, die in der Reihe Antifaschistischer Texte erschienen ist.
Die Idee zum Projekt entstand nach einer Schülerfahrt zur Jugendbegegnungsstätte "Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung" im polnischen Krzyzowa (Kreisau) bei Breslau.

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