Radweg-Erneuerung in der Warteschleife

Der mit Schlaglöchern übersäte Radweg der Schachtstraße ist ein Ärgernis, das wir seit Jahren dokumentieren. Auch Anwohner Franz Lüke (77) regt sich auf: Da passiert einfach nichts. Ich muss mich mit meinem Elektro-Shopper abquälen und auf die Straße ausweichen. Vor 2017 wird auch nichts passieren.

Marl. Denn das Geld fehlt. 68 Millionen Euro beträgt der Sanierungsstau für Straßen, Radwege und Fußwege. Die Stadt kann pro Jahr aber nur 500 000 Euro ausgeben, teilte der Leiter des Zentralen Betriebshofs, Michael Lauche, dem Verkehrsausschuss mit.

Lauche erklärt das Dilemma: Einen Radweg ohne die ganze Straße zu sanieren, sei unökonomisch, rausgeschmissenes Geld. An der Breddenkampstraße saniert die Stadt deshalb zurzeit Fahrbahn und Radweg zusammen - und kann dafür Landeszuschüsse in Höhe von 1,4 Millionen Euro ausgeben.

Auch für die Schachtstraße lohne sich nur eine Sanierung von Grund auf, sagt Michael Lauche. Der Radweg müsse zwar dringend erneuert werden. Doch zunächst sind Breddenkamp- und Römerstraße an der Reihe. Vor 2017 wird sich, realistisch gesehen, wohl nichts an der Schachtstraße tun. Es sei denn, die beiden Straßenabgeher, die in Marl unterwegs sind, entdecken dort verkehrsgefährdende Schlaglöcher. Die, verspricht Michael Lauche, würden selbstverständlich beseitigt - "unabhängig von jeder Grundsanierung."

Heinz-Peter Mohr