Polizei streckt Sportschützen nach Schießerei in Recklinghausen mit Kugeln ins Bein nieder

Einsatzkräfte der Polizei in der Nähe des Tatorts in Recklinghausen.
Einsatzkräfte der Polizei in der Nähe des Tatorts in Recklinghausen.
Foto: WAZ FotoPool
Eine 47-jährige Frau, die von ihrem Ehemann (51) mit einer Pistole angeschossen wurde, schwebt weiter in akuter Lebensgefahr. Die Frau hatte im Vorfeld Rat und Schutz bei der Recklinghäuser Polizei gesucht. Die Polizei setzte den Mann, der Sportschütze war, mit Kugeln ins Bein außer Gefecht.

Recklinghausen. Familiendrama am Samstagnachmittag auf der Recklinghäuser Hillerheide. Mehrere Schüsse schreckten gegen 14.40 Uhr zahlreiche Menschen auf und forderten zudem zwei Schwerverletzte. Eine 47-jährige Frau, die von ihrem Ehemann (51) aus Trennungsschmerz mit einer Pistole niedergestreckt wurde, schwebte nach mehreren Schussverletzungen im Oberkörper noch am Sonntag in akuter Lebensgefahr, der Täter selbst wurde von der Polizei mit Schüssen ins Bein außer Gefecht gesetzt.

Warum genau das Aufeinandertreffen der beiden seit einer Zeit getrennt voneinander lebenden Eheleute in der einstigen gemeinsamen Erdgeschosswohnung an der Weserstraße 2 derart eskalierte, konnte auch Georg Stenzel, Kriminalhauptkommissar und Leiter der noch am Tatabend von Staatsanwalt Danyal Maibaum (Bochum) einberufenen Mordkommission, kaum erklären. Fest steht bislang: Die Frau, die mit Verwandten vor Ort war, um noch einige persönliche Dinge und Möbel abzuholen, hatte im Vorfeld Rat und Schutz bei der Polizei gesucht.

Registrierter Sportschütze

„Wir sind kein Wachdienst, auch kann man uns nicht engagieren“, so Stenzel, aufgrund einiger zuvor bekannt gewordener Vorfälle (Streitigkeiten, häusliche Gewalt) hatten einige Beamte die 47-Jährige aber dann doch zu ihrem ehemaligen Wohnort begleitet.

Während die Verwandten am Möbelwagen vor dem Haus warteten, betrat das spätere Opfer zusammen mit ihrem „Geleitschutz“ die Wohnung, wo sie dann aber nahezu ohne Vorwarnung von ihrem nach wie vor dort lebenden Mann mit mehreren Schüssen niedergestreckt wurde.

Die Polizisten reagierten prompt und machten den 52-Jährigen, der als registrierter Sportschütze laut Stenzel völlig legal eine Schusswaffe im Haus hatte, mit einer bislang noch unklaren Anzahl an Schüssen in den Oberschenkel handlungsunfähig.

Aktuell ermittelt eine Mordkommission

Während die Verletzte nach der Erstversorgung von der Besatzung eines Rettungshubschraubers in ein Essener Krankenhaus geflogen wurde, wurde der Täter vorläufig festgenommen und kam ins Recklinghäuser Knappschaftskrankenhaus. Lebensgefahr bestehe nicht. Gegen den 51-Jährigen wurde noch am Sonntag ein Haftbefehl wegen versuchten Mordes erlassen.

Hintergründe und Details zur Tat wie etwa die Zahl der abgefeuerten Schüsse waren am Sonntag noch unklar. Aktuell ermittelt eine Mordkommission. Leitung: Georg Stenzel (KHK). Unabhängig vom reinen Hergang einer Tat wird eine Mordkommission immer eingerichtet, wenn Polizeibeamte von der Schusswaffe Gebrauch machen.

 
 

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