Planungen für Löhrhof-Abriss stocken

21.07.2010, Löhrhofcenter Recklinghausen am Löhrhof. Foto: Lutz von Staegmann / WAZ FotoPool
21.07.2010, Löhrhofcenter Recklinghausen am Löhrhof. Foto: Lutz von Staegmann / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool

Recklinghausen. Vom Sommer an soll eigentlich abgerissen werden. Der Löhrhof soll weichen und Platz machen für die Arcaden, das Prestigeprojekt der Stadt schlechthin.

Doch momentan stocken die Planungen. Bei der angestrebten Entmietung hakt es offenbar nicht nur in den Verhandlungen mit den großen Mietern Media Markt und H&M (die WAZ berichtete), für die auf Jahre Ausweichquartiere gesucht werden.

Als noch größeres Hindernis für eine Umsetzung des Projekts mit seinen 27 900 m² Verkaufsfläche könnten sich die stockenden Verhandlungen mit Mietern an der Schaumburgstraße 14 erweisen; einem Gebäude, das Arcaden-Projektentwickler mfi mit einem Optionsvertrag vom bisherigen Eigentümer gekauft hat. Keine Einigung hat er aber bislang unter anderem mit dem Radiologen Dr. Rudolf Michael Mannl (Röntgenpraxis Recklinghausen) und Gastronom Claudio Gabriele (La Dolce Vita) erzielt.

Dem angebotenen Umzug der Arztpraxis, die seit 60 Jahren am Standort sei – seit 1975 unter dem Namen Mannl -- und die mit 30 Mitarbeitern als einzige radiologische Praxis in der Stadt jährlich 25 000 Patienten behandelt, in die Still-Villa (Stadthaus E) am Königswall, kann Mannl etwas abgewinnen. „Ich will dem Projekt ja nicht entgegenstehen.“ Aber der Umzug dürfe nicht zu seinen Lasten gehen. Es dürfte keine Betriebsunterbrechung geben, Kosten- und Einnahmesituation sich nicht verschlechtern.

Genau das aber sei der Fall beim mfi-Angebot. Das 1,9- bis 2,9-fache der bisherigen Miete solle er entrichten und offenbar die Vorbereitung der Räume für seine Praxiszwecke nachträglich finanzieren. „Das ist nicht akzeptabel.“

Etwa zwei Millionen Euro würde die Neueinrichtung der radiologischen Praxis nach Schätzung Mannls kosten. Kosten für Klimatechnik, Elektrik, Strahlenschutz und anderes, die er, nachdem er vor sechs Jahren erst seine Praxis vom Prosper-Hospital zur Schaumburgstraße verlegt hat, nicht tragen möchte. Und Kosten, die mfi offenbar in seinen Überlegungen nicht berücksichtigt haben, obwohl er sie in den vergangenen drei Jahren in Gesprächen immer wieder deutlich gemacht habe.

Der gebürtige Recklinghäuser, an der Schaumburgstraße ausgestattet mit einem auf 15 Jahre angelegten Mietvertrag mit jährlicher Kündigungsfrist, sieht bei mfi zwar eine gewisse Anstrengung, zu einer Übereinkunft zu kommen. So habe das Unternehmen die Kosten zweier Praxispläne seines Innenarchitekten in je fünfstelliger Höhe bezahlt. „Aber ich habe den Eindruck, momentan ist die Verhandlungsführung unprofessionell.“ Es entstehe der Verdacht, mfi sei längst zu Plan B übergangen, der vorsieht, um das Gebäude an der Schaumburgstraße herumzubauen.

Die Fronten verhärten sich. Dr. Mannl macht es stutzig, dass bei der Stadt noch kein Abrisskonzept vorliegt. Zugleich fragt er sich wie ein Abriss des Löhrhofturms in unmittelbarer Nähe seines hochempfindlichen Kernspintomographen vonstatten gehen soll. Sollte es zu keiner gütlichen Einigung kommen und über seinen Kopf hinweg abgerissen werden, werde er sich wehren („Die würden eine Menge Ärger bekommen“). Daher habe er auch Kontakt zur Politik aufgenommen, um seine Sicht der Dinge und seine Befürchtungen in Sachen Arcaden zu äußern.

 
 

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