Perspektiven am Arbeitsmarkt

Langzeitarbeitslos, psychisch krank, wohnungslos, suchtkrank Menschen, auf die ein oder mehrere dieser Faktoren zutreffen, haben es enorm schwer, im Arbeitsmarkt unterzukommen. Multiple Vermittlungshemmnisse heißt so etwas in der Theorie der Arbeitsvermittlung. In der Praxis haben Diakonie und Jobcenter jetzt ein Projekt initiiert, das genau auf diese Menschen zugeschnitten ist.

Waltrop.. Denn es ist unumstritten, wie wichtig es ist, Arbeit zu haben. Und deswegen wurde das Projekt "Kunst-Stoffe" geschaffen. "In größeren Maßnahmen gehen diese Menschen oft unter, in kleinerem Rahmen kann man hingegen individueller auf sie eingehen", erklärt Angelika Korneli, Leiterin Psychosoziale Dienste bei der Diakonie.

Jens Köster, Chefarzt der Psychiatrie und Psychotherapie am St.-Laurentius-Stift, weiß, dass psychisch Kranke häufig in die Langzeitarbeitslosigkeit driften. "Sie leiden unter der Sinnentwertung ihres Lebens", sagt Köster.

Sinnhaft das Leben zu bereichern, das ist das Ziel des Projektes, das die Menschen behutsam wieder ans Arbeitsleben heranführt - in geschütztem Rahmen, wie Rebecca Lupa erklärt, die die 14 Teilnehmer betreut: Einen Fünf-Stunden-Arbeitstag und 25 Wochenstunden verbringen die zwölf Waltroper und zwei Dattelner am Standort Zur Tongrube im Waltroper Osten.

Dort arbeiten sie an und mit "Kunst-Stoffen". Heißt: Aus Gegenständen, die im Diakonie-Kaufhaus der Umwelt-Werkstatt abgegeben wurden, entsteht Kunst. Eine Lampe aus einem halben Globus. Ein Beistelltisch mit Füßen aus alten Blechdosen. Schmuck-Ketten aus ausgedienten Uhrwerken. Dabei hilft Sigbert Wienhöfer, der die Teilnehmer betreut, was die handwerklichen Dinge angeht.

Am Ende soll eine Ausstellung stehen. Und am besten für dieTeilnehmer eine Perspektive am Arbeitsmarkt.

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