Pension soll Collie mit Stromstößen ruhiggestellt haben

Familie Tutas bezichtigt die Hundepension der Tierquälerei. Ein Elektroschockhalsband soll diese Spuren hinterlassen haben. Foto: Günter Blaszczyk
Familie Tutas bezichtigt die Hundepension der Tierquälerei. Ein Elektroschockhalsband soll diese Spuren hinterlassen haben. Foto: Günter Blaszczyk
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Waltrop/Lünen.. Der Inhaber einer Hundepension in Waltrop soll mehrere Hunde mit einem Erziehungshalsband ruhig gestellt haben. Die Halsbänder teilen Stromstöße aus, um den Hunden das Bellen abzugewöhnen. Bei einem Collie hat dies tiefe Wunden hinterlassen.

Dass etwas nicht stimmt, das haben sie sofort bemerkt. Als Familie Tutas, gerade aus dem Ägypten-Urlaub zurück gekehrt, ihren Collie Gismo aus der Hundepension in Waltrop abholte, verhielt sich das Tier anders als gewohnt.

„Er war ganz ruhig, fast abwesend“, schildert Silke Tutas. Den Grund für diese Veränderung stellten die Lüner erst fest, als sie zurück in den eigenen vier Wänden waren. Der Hund trug noch ein fremdes Halsband, ein sogenanntes Erziehungshalsband. Mittels Stromstößen soll damit den Hunden das übermäßige Bellen abgewöhnt werden – beim sechsjährigen Gismo hatte es tiefe Schürfwunden am Hals verursacht, das Fell war blutverkrustet. „Die Halspartie war dick angeschwollen“, beschreibt Silke Tutas.

Familie will Anzeige erstatten

Ihr Ehemann Axel Tutas stellte den Inhaber der Hundepension, der in Waltrop auch auch eine Hundeschule betreibt, sofort zur Rede. „Er hat uns direkt das Geld zurück gegeben“, berichtet Ehefrau Silke Tutas. Auch die Rechnung für die Tierärztin – sie stellte erhebliche Verletzungen fest – übernahm der Betreiber der Hundepension (der für Nachfragen unserer Redaktion nicht zur Verfügung stand).

Doch damit will es Familie Tutas nicht bewenden lassen. Sie will Anzeige erstatten, „damit das anderen Hunden nicht auch passiert“, so Silke Tutas. Mittlerweile haben sich bei der Lüner Familie schon zwei weitere Hundebesitzer gemeldet, die von ähnlichen Vorkommnissen berichten.

Tierpensionen im Vorfeld unangemeldet begutachten

Neben der Aufregung um die Verletzung des Hundes stellt sich für Familie Tutas nun ein ein weiteres Problem – wie kann sie ausschließen, dass ihr ein solcher Vorfall nicht noch mal passiert. Beim ersten Besuch der Hundepension – auf die Adresse sind sie bei der Suche im Internet gestoßen – fiel den Lünern nichts Ungewöhnliches auf.

Der Deutsche Tierschutzbund rät im Vorfeld zu einem unangemeldeten Besuch in der ausgewählten Tierpension. Bei diesem sollten die Tierhalter besonders darauf achten, dass die Räume der Unterkunft sauber und nicht überfüllt sind. Zudem sollte festgestellt werden, ob Futter sowie Wasser bereit stehen und ob sich jemand mit den Tieren beschäftigt. Dass dies nicht zwangsläufig ausreicht, zeigt der Fall Tutas.

 
 

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