Ozon-Gas gegen Gift im Grundwasser

Haltern am See. Keine Entwarnung für die Brunnenbesitzer in Sythen-Lehmbraken. Die sprengstoffhaltigen Verbindungen aus der Rüstungsproduktion belasten das Grundwasser nach wie vor.

Mess-Werte: Den höchsten Mess-Wert wiesen die Gutachter an einer Grundwassermessstelle in der Nähe des Werksgeländes nach – 12 500 µg/l. Vor einem halben Jahr waren es noch 7 400 µg/l. Beprobt wurden auch 24 Privatbrunnen, soweit diese im Rahmen des Untersuchungsprogramms geeignet und noch zugänglich waren. Einige Brunnenbesitzer hatten ihre Anlagen zwischenzeitlich still gelegt oder beseitigt. Bei den untersuchten Privatbrunnen wurden in sechs Fällen Sprengstoffrückstände nachgewiesen. 18 Privatbrunnen waren frei von Sprengstoffen, darunter auch fünf Trinkwasserbrunnen. Das Ergebnis veranlasst den Kreis, weitere Messstellen in dem Gebiet einzurichten.

Sanierung: Parallel wird über Sanierungsmöglichkeiten nachgedacht. Mit herkömmlichen Methoden – Wasser abpumpen – reinigen – zurückführen – kommt man allerdings nicht weiter. „Das ist nur punktuell möglich, aber nicht in dem gesamten Bereich“, so Kreispressesprecher Jochem Manz. Alternativen befinden sich „im Laborstatus“. Eine Sanierungsmöglichkeit ist die Bestrahlung des Wassers mit UV-Strahlen. Die zweite - wahrscheinlichere - Möglichkeit ist, dem verunreinigten Wasser Ozon-Gas zuzuführen.

Fließrichtung: Die Bodenanalyse hat ziemliche Klarheit über die Fließrichtung und Geschwindigkeit des Grundwassers beschert. Manz: „Es kommt nicht zu Überraschungen. Die Belastungsfahne verschiebt sich im Jahr um 30 Meter, Fließrichtung und Geschwindigkeit sind stabil.“

Kosten: Die Kosten der Wasseranalyse auf dem Werksgelände trägt die Firma Sythen Grund. Außerhalb des Werksgeländes teilen sich die Sythen Grund und der Kreis Recklinghausen die Kosten. Wer die Sanierungskosten ggf. trägt, ist offen. „Wir werden alle Möglichkeiten ausschöpfen, damit nicht alles am Kreis Recklinghausen und an Sythen Grund hängenbleibt“, so Manz.

Garten: Das in dem Bereich angebaute Obst und Gemüse kann bedenkenlos gegessen werden, sofern es nicht mit Brunennwasser gewässert worden sei. Die Nutzung des Wassers im Bereich Lehmbraken ist nach wie vor verboten.

 
 

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