Noch fehlen über 100 Kita-Plätze

Noch immer fehlen in Marl rechnerisch 107 KIndergartenplätze für Kinder zwischen ein und drei Jahren.

Marl.. Doch wer für sein Kleinkind dringend einen Platz in einem Kindergarten oder bei einer Tagesmutter braucht, bekommt ihn, sagt Dierk Dümeland. Er ist der Kita-Fachmann bei der Stadt. Und er ist der Herr über die Statistik. Der verspätete Umzug der Aloysiusschule in die Scharounschule hat auch die Kindergartenplanung stocken lassen. Zum Kindergartenjahr 2016/17 soll das alte Gebäude der Aloysiusschule trotzdem zur Vier-Gruppen-Tagesstätte mit 75 Plätzen umgebaut sein.

Von den 75 Plätzen, die die neue Kita erhalten wird, sind 20 Plätze für Kinder unter drei Jahren vorgesehen. Damit ist der für Marl durch eine Elternbefragung ermittelte Bedarf allerdings immer noch nicht gedeckt. Auf längere Sicht komme man an dem Bau von zwei weiteren Einrichtungen nicht vorbei, prognostiziert Dümeland. Sorgenkind der Stadt bleibe der Stadtteil Brassert.

Viel Verständnis haben Dümeland und Mittmann für den aktuellen Streik der Erzieherinnen. Dümeland: "Die Kindergartenlandschaft hat sich komplett verändert. Das Personal ist mehr gefordert." "Das Thema Bildung wird immer bedeutungsvoller", ergänzt Volker Mittmann.

Obwohl die Gesellschaft altert und weniger Kinder geboren werden, sieht Dümeland auch weiterhin steigenden Bedarf für Kindergartenplätze. Als Sprachfördereinrichtung spiele der Kindergarten gesellschaftlich eine ganz andere Rolle als früher. Und auch Mütter, die ihre Kinder schon im Babyalter betreuen lassen, würden nicht mehr grundsätzlich als "Rabenmütter" abgestempelt.

Seit 2013 gibt es den Rechtsanspruch für einen Kindergartenplatz auch für Ein- bis Dreijährige. Seitdem habe sich viel getan, sagt Barbara Duka. Dümeland nennt Zahlen: Alle Kindergärten in Marl, bei denen es räumlich möglich war, sind inzwischen für die Betreuung von Kleinkindern umgebaut worden. Das sind inklusive der zehn städtischen Kitas 34 von 42 Einrichtungen. Eine Vier-Gruppen-Kita neben der August-Döhr-Schule wurde inzwischen neu gebaut. Die meisten Kinder werden noch über 35 Stunden betreut. Der Trend geht laut Dümeland aber in Richtung Vollzeitbetreuung über 45 Stunden.

Wenn es darum geht, die knappen Plätze zu verteilen, haben sich alle Träger auf die gleiche Vorgehensweise verständigt. Es gibt ein zentrales Anmeldeverfahren, das bei der Stadt liegt. Bevorzugt werden Berufstätige und/oder Alleinerziehende oder die, wo eine besonders schwierige familiäre Situation vorliegt.

Haben Sie einen Platz für Ihr Kind bekommen oder mussten Sie improvisieren? Schildern Sie uns Ihren Fall: Tel. 107 1431 oder mzredaktion@medienhaus-bauer.de

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