Nachtaktion: Sanierte Brücke ist wieder eingehängt

Nach ihrer Sanierung ist die alte Eisenbahnbrücke über der Herner Straße in Herten von zwei Kränen in ihre alte Position gehoben worden - in einer spektakulären Nachtaktion, bei der auch einige Anwohner dabei waren. Künftig soll der neue Rad- und Wanderweg über die Brücke führen.

Herten-süd.. Lange hat die Sanierung gedauert, nun ist es soweit: In der Nacht von Samstag zu Sonntag hievt der Regionalverband Ruhr (RVR) die Zechenbahnbrücke wieder an ihren angestammten Platz über der Herner Straße.

Die Brücke ist Teil der ehemaligen Zechenbahntrasse. Auf ihr verläuft der neue Radweg zwischen der Halde Hoheward und Westerholt. Vom 12. auf den 13 Mai. 2012 hatte der RVR die Brücke aus den Lagern gehoben.

Zuvor musste die Brücke jedoch saniert werden. Zwei Kräne waren nötig, um den 50-Tonnen-Stahlkoloss in seine neue und alte Position zu heben. Beide könnten theoretisch 350 bzw. 180 Tonnen heben. Weil sie ihre Ausleger jedoch weit neigen mussten, bedurfte es gleich zwei dieser Ungetüme, um die Brücke zu bewegen.
Bereits im Frühjahr letzten Jahres war sie dazu aus ihrer alten Position gehoben und auf dem Bahndamm abgesetzt worden. "Es wurden dann alle Bauteile entfernt, die nicht mehr benötigt werden", erläutert Bauleiter Dr. Wolfgang Hensen. Dazu gehörten etwa diverse Kabelkanäle. "Dann wurde die gesamte Konstruktion bis aufs Metall abgestrahlt und ein neuer Korrosionsschutz aufgetragen." Mehrere Schichten an Lack sollen die Brücke nun vor Wind und Wetter schützen.

Bis die ersten Radler die Brücke überqueren dürfen, dauert es aber noch. Zunächst wird die Brücke in ihrem neuen Bett festbetoniert. In dieser Woche soll das geschehen. Nach weiteren sieben Tagen ist der Beton dann so hart, dass weiter gearbeitet werden kann. "Die Ausschreibungen für die Wegebauarbeiten laufen", so Hensen. "Die Brücke ist der letzte noch nicht fertige Teil eines Streckenabschnitts, den wir voraussichtlich im Frühjahr freigeben können", sagt Hensen. "Vorausgesetzt, der Winter wird nicht so hart."

Die Kosten für die Brückensanierung betragen rund 270 000 Euro. Die Hälfte übernimmt die Europäische Union, 30 Prozent kommen vom Land. Der RVR zahlt 20 Prozent.

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