Ministerin lässt viele Fragen offen

Bis auf den letzten Platz gefüllt war die Seesatdhalle.
Bis auf den letzten Platz gefüllt war die Seesatdhalle.
Foto: VON STAEGMANN, Lutz

Haltern am See..  Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) war gestern Abend nicht in die Seestadthalle gekommen, um über den Standort Haltern zu diskutieren. Für sie steht fest: Zum Wetterschacht an der Lembecker Weg gibt es keine Alternative. Sie wollte für die Forensik werben und hatte gleich ein gutes halbes Dutzend von Forensikexperten mitgebracht. Doch die standen weitgehend auf verlorenen Posten. Denn der überwiegende Teil der 900 Bürger in den voll besetzten Seestadthalle will die Forensik nicht in der Stadt haben.

Erst nach einer Stunde bezog die Ministerin Stellung zum Standort Haltern. Bis dahin mühten sich die Experten zu versichern, dass durch die Forensik keine zusätzliche Gefahren ausgehen. Doch Erhellendes brachten sie nicht Tage. „Es gibt keine Alternative zu dem Standort“, betete Steffens gebetsmühlenhaft herunter. „Basta-Rufe“ wurden laut. Fragen nach anderen Grundstücken beantwortete sie mit rechtlichen Hinweisen nicht und verwies aufs Planungsverfahren, bei dem die alternativen Standorte genannt werden.

So prallten fast alle Argumente der Kritiker an der Ministerin und ihrem Stab ab. Ein Vorstandsmitglied des Sauerländischen Gebirgsvereins brachte die Bürgermeinung auf den Punkt: „Eine Forensik gehört nicht in den Naturpark“, sagte er unter großem Beifall. Der wurde noch lauter, als er die von der Ministerin geforderten alternativen Vorschläge nannte: „Wir haben so viele Industriebrachen in der Region um Essen. Da gehört sie hin.“

Und als Hendrik Griesbach fragte, wie die Ministerin dazu stehe, dass für die Forensik drei Hektar Wald gefällt werden müssten, kannte der Applaus kaum noch grenzen. „Ja“, antwortete Steffens, „es müssen Bäume gefällt werden, aber so viele sind es nicht. Ich bedauere dies“, was die Zuhörer mit höhnischen Rufen begleiteten.

Und immer wieder tauchte die Frage nach dem Warum in Haltern auf, wie sie zum Beispiel Franz-Josef Tönies aus Lippramsdorf formulierte. Und immer wieder lautete die Antwort: „Weil es keine Alternative zu Haltern gibt.“ Was konkret eben dafür spricht, wurde nicht genannt. Die Forensik sei keine Gefahr, sondern eine normale Einrichtung, sagte die Ministerin. Die hatte zuvor erklärt, wenn ihr jemand einen anderen geeigneten Standort nenne, der ebenfalls verfügbar ist, dann könne man neu verhandeln.

Zuvor hatte sie sich eine Stunde lang mit der Stadtspitze ausgetauscht. Ein sichtlich angefressener Bürgermeister Bodo Klimpel konnte seine Enttäuschung über die Haltung der Gesundheitsministerin nicht verhehlen. „Wir werden nun alles versuchen, um den Bau zu verhindern“, sagte er.

 
 

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