Massiver als erwartet - Bunker macht Probleme

Überraschung im Oberdorf: Bei Erdarbeiten auf dem Grundstück Große-Geist-Straße / Hochstraße haben Bagger der Stadtlohner Spezialfirma Seggewiss eine Bunkeranlage freigelegt, die in dieser Dimension offenbar nicht erwartet worden war. Vor allem nicht von der Bauunternehmung Gebrüder Lorenz, die sowohl Grundstückseigentümer als auch Projektentwickler ist.

Waltrop.. Das Waltroper Bauunternehmen, das drei Acht-Familien-Häuser samt Tiefgarage im Oberdorf erreichten will, ist nach dem Kauf des 1 266 Quadratmeter umfassenden Grundstückes (240 000 €) davon ausgegangen, dass sich im Erdreich eine sogenannte Rettungsstelle befand. Gebaut in den Kriegsjahren 1942/43, um dort unterirdisch Sanitätsdienst für diejenigen Waltroper Bürger leisten zu könne, die durch Bombenangriffe verletzt wurden.

Auch die Nachbarschaft im Oberdorf ging davon aus, dass es sich um einen unterirdischen Sanitätsraum mit den damals üblichen gemauerten Wänden, einer Sohlplatte (15 cm) und einer Betondecke (etwa 35 cm) handelt. Demzufolge wurden die Aushub- und Abrisskosten mit rund 50 000 € veranschlagt. Diese Kalkulation, so Unternehmer Frank Lorenz, basiert auf Angaben in einem Abfallverwertungsgutachten des Bauamtes.

Massive Anlage

Vorgefunden wurde vor wenigen Tagen jedoch eine massive Bunkeranlage mit Betonteilen bis zu 1,50 m Dicke und mehr. Allein die Entsorgungskosten für den Betonklotz beziffert Lorenz auf "gut 50 000 Euro", was er die Stadt Waltrop auch schriftlich habe wissen lassen. Zudem müsse eine verantwortungsvolle Entscheidung getroffen werden, wie der Oberdorf-Bunker zerstört werden soll. Die preiswerteste Variante sei eine Zersplitterung, bei der allerdings Seismografen in den benachbarten Häusern installiert werden müssten. Finanziell aufwendiger sei das Zersägen der Betonwände- und decken, was den Einsatz spezieller Technik erfordere. Letztendlich sei auch die Sprengung des Betonklotzes eine Alternative. Mit allen dabei nötigen Sicherheitsvorkehrungen.

Am Donnerstag treffen sich Vertreter der Bauunternehmung im Rathaus mit Stadtjurist Stefan Schlarb und der Baubehörde. Die Firma Lorenz hat die Stadt bereits wissen lassen, die Mehrkosten für die Entsorgung des belasteten Grundstückes nicht tragen zu wollen.

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