Licht an - Recklinghausen leuchtet wieder

Elisabeth Höving
„RE leuchtet“: Der Startschuss fiel mit der Illumination des Rathauses. Foto: Reiner Kruse
„RE leuchtet“: Der Startschuss fiel mit der Illumination des Rathauses. Foto: Reiner Kruse
Foto: WAZ FotoPool

Recklinghausen. Als Startschuss für das Lichterfest „Recklinghausen leuchtet“ mutierte Freitagabend die Rathausfassade zur riesigen Leinwand. Für die Projektion gab’s Szenenapplaus.

Die Rathausfassade erzittert, sie wackelt und schwankt, und die Menschen auf dem Rathausvorplatz halten den Atem an. Zum dramatischen Sound der Musik bricht der historische Bau tatsächlich zusammen – aber nur virtuell.

Eine Trickfilmreise durch die Geschichte der Stadt eröffnete gestern um 19 Uhr spektakulär das fünfte Lichterfest „Recklinghausen leuchtet“.

Vor den leuchtenden Augen von Hunderten von Zuschauern, die sich auf dem Rathausvorplatz und dem für den Autoverkehr gesperrten Kaiserwall drängelten. Hier noch schnell eine Bratwurst oder einen Flammkuchen besorgt, dort ein kühles Blondes, und dann unisono in Ahs und Ohs ausbrechen.

Bürgermeister Wolfgang Pantförder gab den Startschuss ins Leuchtfeuer, das ab sofort allabendlich die Stadt zum Strahlen bringen wird. Alles nur Fassade? Von wegen! Noch bis Sonntag Abend mutiert die Rathausfront jeweils zur vollen Stunde am Abend zur Leinwand. Die Projektion, entstanden mit Hilfe eines Hamburger Künstlers und unterlegt mit dem pompösen Soundtrack des Recklinghäuser Musikers Marc Schlaile, zeichnet wie mit dem Leuchtstift die Fassade nach, erhellt gespenstisch die Räume. Zeigt einen alten Stadtplan und das Stadtsiegel. Schattenhände malen üppige Figuren an die Hausfront. Für besonders schöne Bilder gibt’s immer wieder Szenenapplaus vom Premierenpublikum.

Eine sonore Stimme erzählt von den einstigen Stadttoren, ihren Funktionen, von den Menschen, die sie einst durchschritten – Geschichtsunterricht von seiner schönsten Seite. Das Ende der Projektion kommt allerdings etwas zu abrupt; als die Zuschauer noch auf ein optisches Feuerwerk warten.

Dann ergießen sich die Massen in die Straßen, um die 33 Stationen zu genießen. Zwei Wochen lang leuchten die Häuser. Am letzten Tag aber, am 6. November, da erstrahlt der ganze Himmel über Recklinghausen. Da steigen zum Abschlussfeuerwerk die Leuchtraketen in die Nacht.