Langes Warten auf den Radweg

Der Radweg auf der ehemaligen Zechenbahntrasse in der Nähe des Eingangs Über den Knöchel.
Der Radweg auf der ehemaligen Zechenbahntrasse in der Nähe des Eingangs Über den Knöchel.
Foto: MHBauer

Gelsenkirchen-Buer/Westerholt..  Der Zeitplan ist aus den Fugen, und alles wird teurer als geplant. Das ist für Ulrich Carow, Bereichsleiter Umwelt beim Regionalverband Ruhr (RVR), ganz sicher. Er ist nicht amüsiert, wenn er an den Radweg denkt, der über die alte Zechenbahntrasse quer durch Herten führt.

Es geht um 7,6 Millionen Euro, die für das Projekt veranschlagt und zuletzt auch gedeckelt waren. Das heißt: Alles, was über die Zuschusshöhe von sechs Millionen geht, muss ausschließlich aus den knappen RVR-Kassen kommen. Bisher bewegt man sich laut Carow zwar noch im Kostenrahmen. Doch durch viele Bauverzögerungen werde sich das wohl ändern.

Um wie viel die Kosten steigen, konnte er allerdings noch nicht sagen. Nur eines ist klar: Mitte 2015 müsse die Gesamtmaßnahme abgerechnet sein. Dazu gibt es eine Verpflichtung gegenüber denen, die die Zuschüsse zur Verfügung stellen: Sechs Millionen Euro kommen von der Europäischen Union und vom Land NRW.

Viele Versorgungsleitungen

Die Konsequenz heißt für Ulrich Carow: abspecken. Konkret bedeutet das, dass es zum Beispiel nicht, wie geplant, an jeder Brücke einen Aufgang zum Radweg geben wird. An der Brücke über die Mühlenstraße in Langenbochum will er darauf verzichten. Die Brücke an der Schlägel-und-Eisen-Straße liege zudem so nah, dass ein Aufgang dort auch reichen würde. Am Spanenkamp werde ein anderer Aufgang als der bisher geplante konstruiert. Dass mehr Zeit gebraucht und der Radweg teurer wird, liegt laut Ulrich Carow unter anderem an der ungewöhnlich hohen Zahl von Versorgungsleitungen, die im gesamten Baustellenbereich liegen. „Wir haben es mit 70 verschiedenen Leitungsträgern zu tun, und wir haben auch alle vorher angeschrieben. Ein Teil hat sich gemeldet, ein Teil nicht.“

Bei etlichen Leitungen wisse man nicht, von wem sie sind und was sie transportieren. Meldet sich aber plötzlich ein Leitungsträger, müsse die Baustelle umgehend stillgelegt werden – so wie es an der Brücke Schlägel-und-Eisen-Straße passiert ist, als der Ölkonzern BP dort Routinearbeiten durchführen musste. Carow seufzt: „Leitungsträger haben immer Recht.“ Der RVR müsse dann seine Baufirmen stoppen und auch den Arbeitsausfall für diese Firmen bezahlen.

Acht marode Brücken

Kopfzerbrechen hatte den Planern auch die Sanierung von acht maroden Brücken bereitet, über die der Radweg künftig führen soll. An mehreren Stellen gab es unerwartete Komplikationen. Im Sommer 2014 sollte der gesamte Radweg fertig sein. Ulrich Carow geht nun davon aus, dass dies nicht vor Mitte 2015 der Fall sein wird.

 
 

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