Land fordert Millionen zurück

Foto: Lutz von Staegmann
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Herten.. Er sollte den Weg in die Zukunft weisen. Der „Blaue Turm“ sollte nicht nur ein Drittel der Hertener Haushalte mit Strom versorgen. Durch die neue Technologie, die mit einem besonderen und innovativen Verfahren regenerative Stoffe in ein Gas verwandeln mit dem Wasserstoff gewonnen und Strom erzeugt sollte, wollte auch die Stadt in ein neue Energiezeitalter aufbrechen.

Doch außer Spesen ist bislang nicht viel gewesen. Nun fordert das Land seinen Zuschuss in Höhe von sieben Millionen Euro zurück. Drei Millionen sind bereits in das Projekt geflossen. Die vorgesehen weiteren vier Millionen Euro wird es nicht mehr geben. Für die bereits gezahlten Gelder hat das Landesumweltministerium Rückzahlungsbescheide an die H2-Herten GmbH, die seinerzeit die Landesmittel für den Bau und den Betrieb der 39 Millionen Euro teuren 14 Megawatt-Anlage beantragt und bewilligt bekommen hat. Außerdem wurde vom Landesumweltminister Remmel veranlasst zu prüfen, inwieweit Fördergelder zweckwidrig ausgegeben wurden. Dies teilte das Ministerium jetzt in einem Schreiben an den heutigen Fraktionsvorsitzenden der FDP im Hertener Stadtrat, Joachim Jürgens, mit. Der hatte bereits im August des vergangenen Jahres im Ministerium um eine Stellungnahme gebeten, wie mit den Steuergeldern weiter verfahren wird.

Das Umweltministerium geht nicht mehr davon aus, dass der „Blaue Turm“ jemals ans Netz geht. Neben technischen gab es vor allem erhebliche finanzielle Schwierigkeiten. Die Solar Millennium GmbH, die 2009 in das Projekt eingestiegen war, musste Insolvenz anmelden. Auch die H2 Herten GmbH, die den Bau bewerkstelligen sollte, hat im Februar Insolvenz angemeldet. Spätestens seit dieser Insolvenz sorgte sich auch das Land intensiv darüber, ob die Fördergelder in Millionenhöhe auch gut angelegt worden seien. Ob aber von den insolventen Unternehmen noch etwas zu holen ist, ist fraglich.

Währenddessen hat im Februar die Düsseldorfer Firma Concord-Blue-Engineering, 76 Prozent der Anteile der „Blue-Tower-GmbH“ und damit das technische Know How übernommen. Geschäftsführer Christopher Thannhäuser (33) deutete seinerzeit bereits an, dass man auf weitere Steuergelder verzichten werde und den Blauen Turm nicht um jeden Preis bauen werde. Die Technologie sei ausgereift und könne vermarktet werden. Eine kleine, zwei Megawatt-starke Referenzanlage soll im münsterländischen Ennigerloh die Alltagstauglichkeit zeigen und den Weg in die Weltmärkte öffnen.

 
 

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