Kunstaktion von Igadim in Haltern endet mit einem Eklat

Ärger bei Kunstaktion in Haltern. Der Halterner Künstler Igadim  (li.im Gespräch mit der Polizei) sollte  die Fassade des Hauses künstlerisch gestalten. Von Igadim angefangene Arbeiten wurden aber übermalt.
Ärger bei Kunstaktion in Haltern. Der Halterner Künstler Igadim (li.im Gespräch mit der Polizei) sollte die Fassade des Hauses künstlerisch gestalten. Von Igadim angefangene Arbeiten wurden aber übermalt.
Foto: WAZ FotoPool
Eine geplatzte Kunstaktion zum „Tag der Deutschen Einheit“, ein Künstler, der sich in seiner künstlerischen Freiheit bedroht fühlt, ein Polizeieinsatz und eine Anzeige wegen Tätlichkeit - die öffentliche Darstellung der neuen Jugendkunstschule an der Mühlenstraße 37 (ehemals „Deutsches Haus“) könnte schlechter nicht sein.

Haltern am See.. Das Haus der Jugendkunstschule wird im Januar 2013 abgerissen. Angelika Schwering-La Roche, Galeristin und Initiatorin der Jugendkunstschule, hatte darum zu der Aktion „Berliner Mauer in Haltern“ aufgerufen, um zu signalisieren, dass „die Dinge sich ändern“. Jörg Jäger, Besitzer der Immobilie und Investor, hatte seine Genehmigung gegeben. Aushängeschild für die Aktion war der Künstler Igadim („Ich glaube an die Menschen“), mit bürgerlichem Namen Wolfgang Wendker, u. a. Erschaffer der „Luminata“ in Recklinghausen.

Igadim hatte bereits am Dienstag die Hauswand zum Nordwall mit Hammer, Meißel und Goldfarbe bearbeitet und auf der Fläche in roten Lettern die Ausstellung seiner beiden Goldtafeln angekündigt: „Sie kommen! Bald sind sie da, in dieser Stadt: Die zwei Tafeln von Igadim“. Das schien der Ideengeberin der Aktion Schwerig-La Roche nicht zu gefallen.

Schriftzug übermalt - Künstler Igadim kritisiert Zensur

Der Schriftzug wurde übermalt. Seinen Protest gegen diese Art von Zensur in der Kunst malte Igadim gestern neben die Eingangstür. „Aber was sie gar nicht wollen – und da sind sie mit dem Künstler einig – ist Zensur. Deshalb zeichnen sie weiter.“

Diesen Schriftzug wollte Michael Buchholz, Ehemann der Oer-Erkenschwicker Künstlerin Mirella Buchholz (sie stellt derzeit in dem Abbruchhaus ihre Bilder aus), so nicht stehen lassen. Er forderte Igadim auf, seine Arbeit einzustellen, weil das „keine Kunst ist“, riss ihm schließlich den Malpinsel aus der Hand und zerbrach ihn. Igadim rief die Polizei und erstattete Anzeige. „Der ist mir an die Wäsche gegangen, ich fühlte mich bedroht.“

Buchholz bedauerte seinen „Ausraster“ und erklärte, dass „Herr Igadim keine Genehmigung hatte, an der Hauseingangsseite zu malen.“ Das sei im Vorfeld auch so abgesprochen gewesen. Igadim kündigte gestern an, dass er die Schule nicht mehr unterstützen werde.

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