Kreistag debattierte heftig das Sozialticket

Das Sozialticket soll auch sozial Schwächeren mehr Mobilität ermöglichen. Foto: Dirk Bauer / WAZ FotoPool
Das Sozialticket soll auch sozial Schwächeren mehr Mobilität ermöglichen. Foto: Dirk Bauer / WAZ FotoPool
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Vest. Allen Widerständen zum Trotz steht nun fest: Über 100.000 Bürger im Kreis können ab 1. November dieses Jahres ein Sozialticket kaufen.

Die Monatskarte kostet 29,90 Euro und berechtigt zu Fahrten im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr der Preisstufe A (innerhalb einer Stadt oder in zwei Tarif-Waben). Nach 19 Uhr sowie an Wochenenden und Feiertagen können maximal drei Kinder kostenlos mitgenommen werden. Das Ticket ist für Bezieher von Hilfen zum Lebensunterhalt und Wohngeld vorgesehen.

Dies beschloss der Kreistag an Montag in einer Sondersitzung. Kosten für die arg gebeutelten Städte sollen nicht entstehen. Das Land stellt für dieses Jahr 15 und für das kommende 30 Millionen Euro zur Verfügung.

Offen ist die Frage, ob das Sozialticket darüber hinaus gewährt werden kann. Zunächst ist es ein Pilotprojekt.

Das Zustandekommen war im Kreishaus keine einfache Geburt. SPD, Grüne und ein CDU-Kreistagsmitglied sowie die Linke stimmten dafür (33). CDU, FDP und UBP (29) dagegen.

Vorausgegangen war eine höchst kontroverse Debatte. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Lothar Hegemann bezeichnete das Sozialticket grundsätzlich als eine gute Sache, aber angesichts der finanziellen Nöte der Städte sei dies einfach nicht umzusetzen. „Wir müssen jetzt mit dem Sparen anfangen.“ Er befürchtet, dass weitere Kosten auf die Städte zukommen und sieht die Finanzierung über 2012 hinaus nicht gesichert.

„Wir brauchen das Sozialticket“, hielt der Verkehrsausschussvorsitzende des Kreises, Harald Nübel (SPD), entgegen. Schließlich sollten auch die finanzschwachen Menschen mehr Mobilität bekommen, um am öffentlichen Leben teilzunehmen. Für Mario Hermann (Grüne) ist die Einführung des Sozialtickets ein großer Tag. Die Linke hatte zuvor versucht, den Ticket-Preis auf 15 Euro zu drücken, fand aber keine Mehrheit.Der Kreistag beschloss ferner, dass die Fortsetzung des neuen Sozialtickets über die Pilotphase hinaus (Ende 2012) nur dann in Betracht kommt, wenn weder die Vestische noch die Städte oder die Kunden finanziell belastet werden.