Kitas sollen länger geöffnet sein

Um Henne und Ei ging es jetzt im Jugendhilfeausschuss, als über die Betreuung von Kindern in Waltroper Kitas während der Randzeiten diskutiert wurde. Die Frage war: Ist es möglich, eine zeitlich erweiterte Betreuung von Kindern in Waltroper Einrichtungen aufzubauen und damit das Interesse berufstätiger Eltern an dieser Möglichkeit zu wecken? Oder müsste der Bedarf an einem solchen Angebot vorher sicher feststehen?

Waltrop.. Claudia van Oeffelen, Vertreterin des Jugendamts-Elternbeirates im Ausschuss, sagt: "Ich kenne viele Eltern, für die eine erweiterte Betreuungszeit, etwa bis 18 Uhr, an zwei Tagen in der Woche hilfreich wäre." Sie schlägt vor, dass eine Einrichtung in Waltrop, zum Beispiel die neue Kita, die an der Gesamtschule gebaut werden soll, sich auf diese Randzeitenbetreuung spezialisieren könne.

Idee ist wenig praktikabel

Die Idee von Ausschussmitglied Heinz Briefs, dass die Träger der Kitas gemeinsam eine erweiterte Betreuung auf die Beine stellen, hält sie für wenig praktikabel. "Das würde ja bedeuten, dass ich zum Beispiel mein Kind um 16 Uhr im Ludgerus-Kindergarten abholen müsste, um es dann in die Kita zu bringen, die die Spät-Betreuung übernimmt." Damit müsste ein Elternteil dann doch wieder um 16 Uhr parat stehen. "16 Uhr ist überhaupt eine blöde Uhrzeit. Da ist viel Verkehr, und wer zum Beispiel in Dortmund arbeitet, wird kaum nach Arbeitsende in zehn Minuten in Waltrop sein, um sein Kind abzuholen."

Insgesamt wünscht sich Claudia van Oeffelen "mehr Flexibilität" bei der Kinderbetreuung in Waltrop, auch was die Wahl der Stunden-Kontingente bei der Betreuung angeht.
Fachbereichsleiterin Christiane Bröcker verwies im Ausschuss darauf, dass man unter den Bedingungen des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) nicht einfach ein erweitertes Betreuungsangebot machen könne, ohne vorher gesichert den Bedarf daran zu kennen.

Immer mehr Betreuungsplätze nötig

Sie stellte vor, wie viele Kinder aus den einzelnen Altersgruppen künftig betreut werden müssen. Seit dem ersten Halbjahr 2013 seien Familien mit Kindern zwischen null und unter sechs Jahren zugezogen. Dadurch steige die Zahl der Kinder, die einen Bedarf an Kita-Betreuung haben. Interessant dabei: Der Zuzug verteile sich über das gesamte Stadtgebiet und beschränke sich nicht - wie man vermuten könnte - auf die Neubaugebiete.

Die Stadtverwaltung hatte einen Bedarf an einer weiteren Einrichtung in der Stadt ausgemacht, die neben der Gesamtschule entstehen soll (wir berichteten). Bisher war dort von Bautätigkeit noch nichts zu sehen, Christiane Bröcker sagte aber im Ausschuss, man rechne sehr bald mit der Baugenehmigung. Ursprünglich war von einem Baubeginn im vergangenen Herbst die Rede gewesen; weiterhin sieht die Planung vor, im kommenden Herbst fertig zu sein.

EURE FAVORITEN