Kerzen, Gebetbuch und Stola gestohlen

Aus dem Beichtstuhl wurden die Stola und zwei Gebetbücher gestohlen, die Opferkerzen immer wieder ausgepustet, sämtliche Broschüren verschwanden regelmäßig vom Ständer im Eingangsbereich und jüngst wurde die Statue der Maria Magdalena mit einem Regenschirm drapiert. Die Konsequenz: Bis auf Weiteres ist die Horneburger Pfarrkirche geschlossen.

Datteln.. Alles begann, als "an Karfreitag alle Opferlichter ausgeblasen waren, als ich abends die Kirche abgeschlossen haben", berichtet Küsterin Gudrun Frölich. Anfangs hat sich die Horneburgerin nicht viel dabei gedacht, ist von einem "Dumme-Junge-Streich" ausgegangen. Es waren ja schließlich Osterferien.

Doch fortan, wenn sie am frühen Abend die Kirche, die seit der Morgenmesse geöffnet war, abschließen wollte, waren die Kerzen nun erloschen. Auch über Ostern, einem der höchsten Feste der katholischen Kirche. "Die werden doch angezündet, um für einen Menschen oder eine Prüfung zu beten. Die müssen bis zum Ende brennen", zeigt die Küsterin wenig Verständnis. Auch ein gut gemeinter Zettel, die Kerzen bitte brennen zu lassen, half nichts.

Jeden Tag verschwanden nun auch die Broschüren unter anderem mit nützlichen Informationen für Menschen, die seelsorgerischen Beistand benötigen. "Es lagen auch keine vor der Kirche, sodass es ein Streich hätte sein könne. Die waren einfach weg", so Grudrun Frölich.

Den Gipfel der Dreistigkeit erreichte(n) der oder die Täter am Samstag: Die Kerzen der Engel im Eingangsbereich wurden gestohlen und ein Regenschirm aus dem Ständer um die Statue der Namenspatronin der Kirche, der heiligen Maria Magdalena, "drapiert". Für Gudrun Frölich war das "echt zu heftig, das ist eine Frechheit". Jeden Morgen auf dem Weg zum Gotteshaus habe sie nun ein mulmiges Gefühl, "was nun wohl wieder passiert ist."

Die Konsequenz ließ nicht lange auf sich warten und so verkündete Pastor Heinrich Knechten in der sonntäglichen Messe, dass die Horneburger Kirche nun nur kurz vor und kurz nach den Gottesdiensten geöffnet sei.

Das bedauert die Küsterin, die oft genug erlebt hat, dass Menschen die Stille der Kirche für etwas Besinnung nutzen, um in Ruhe zu beten oder eben eine Opferkerze für ihre Geliebten anzünden. Dafür bleibt jetzt wochentags - außer donnerstags - nur vor den täglichen Messen um 8 Uhr eine halbe Stunde und danach eine halbe bis eine Stunde Zeit. Dann muss Gudrun Frölich wieder den Schlüssel rumdrehen.

Zunächst gilt die Regelung auf unbestimmte Zeit, ein Dauerzustand soll es möglichst nicht werden. "Schließlich ist es eine der wenigen Kirchen weit und breit, die stets offen und nicht videoüberwacht ist", sagt Gudrun Frölich.

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