„Kein Handlungsbedarf“

Das Zählergebnis auf der Pommernstraße entspricht nicht dem gefühlten Zustand.Foto:Oliver Mengedoht
Das Zählergebnis auf der Pommernstraße entspricht nicht dem gefühlten Zustand.Foto:Oliver Mengedoht
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Marl..  Das Zählergebnis entspricht so gar nicht dem gefühlten Zustand: Auf der Pommernstraße in Drewer hat der Verkehr in den letzten acht Jahren nur geringfügig zugenommen. „Kein Handlungsbedarf“ hat die Verwaltung daraus gefolgert. Die Politiker im Stadtplanungsausschuss waren irritiert und unzufrieden.

Seit vielen Jahren gilt die Pommernstraße (ab Herzlia-Allee) als Einstieg in einen Schleichweg für Insider, um die Bergstraße in Richtung Hüls-Süd zu umfahren. Zwei Straßenverengungen wurden eingebaut, eine Ampel aufgestellt, zuletzt sollte das Linksabbiegen aus der Pommernstraße heraus unterbunden werden.

Belege für Verkehrsbelastung

Um Belege für die Verkehrsbelastung zu haben, wurde vom 4. bis 7. Juli gezählt: 5086 Fahrzeuge in 24 Stunden gegenüber 4465 Fahrzeugen vor acht Jahren. Macht im Durchschnitt 77 Autos jährlich mehr. „Durchaus normal“, so das Fazit der Verkehrsplaner. „Weitergehend Maßnahmen lassen sich von daher aus diesen Daten nicht ableiten.“ „Der Bericht hat mich aus den Socken gehauen“, startete Josef Heinen (SPD, Polizeibeamter) die Kritik. Die Zählung hätte man sich schenken können. Dem stimmte auch Dr. Ulrich Otto (CDU) zu, der sich beschwerte, dass die Messstellen damals und heute nicht übereinstimmten.

Baudezernent Wolfgang Seckler verwies darauf, dass es besser gewesen wäre, wenn man die Kennzeichen hätte auswerten können. Dann hätte man auch herausfinden können, ob die Autos Bewohnern aus Drewer-Süd gehören oder ob es Fremde sind, die durch das Navigationssystem über Breddenkampstraße, Westfalenstraße und schließlich Pommernstraße durch Marl geführt werden.

Ob eine Unterbrechung der Pommernstraße zu einem Chaos in Marl führe, sei zu bezweifeln. Auch bei der ruhrgebietswichtigen Autobahn A40 sei „nix passiert“, obwohl diese zurzeit geschlossen sei. Gerade das hatten aber Autofahrer und Politiker geunkt.

Die Folgerung der Verwaltung („Die Steigerung ist normal und damit zumutbar“) sei falsch, erklärte Paul Wagner (WG Grüne). Die Verkehrsflüsse seien kein „gottgegebenes Phänomen“, die man einfach so hinnehmen müsse.

Zum Schluss überlegte Josef Heinen, was wohl passiere, wenn man der Breddenkampstraße den Anschluss an die Herzlia Allee nehme. Eine Abriegelung hatte die Verwaltung vor Jahren schon einmal versuchsweise gemacht, nämlich an der Loemühle. Und unter dem energischen Protest der Bürger (Bauern) wieder abgebrochen.

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