Kameras in der Dusche: Polizei findet Bildmaterial

Das von der Polizei  veröffentlichte Handout zeigt eine in einer Duschgelflasche eingebaute Minikamera, die in Dorsten in einem Duschraum der Sporthalle an der Juliusstrasse aufgestellt worden war.
Das von der Polizei veröffentlichte Handout zeigt eine in einer Duschgelflasche eingebaute Minikamera, die in Dorsten in einem Duschraum der Sporthalle an der Juliusstrasse aufgestellt worden war.
Foto: dapd

Marl/Dorsten.. Der Tatverdacht gegen einen Marler Basketball-Schiedsrichter erhärtet sich. Er soll per Minikameras Mannschaften in Duschen ausgespäht haben. Die Polizei fand auf dem Computer des Mannes belastendes Material.

Ein unglaublicher Skandal nimmt weiter Gestalt an: Wie berichtet erhielt die Polizei am Sonntag, 7. November, Kenntnis über zwei Minikameras, die in Duschgelflaschen eingebaut und in Duschräumen einer Sporthalle an der Juliusstraße in Dorsten aufgestellt worden waren. Durch Zufall waren sie von Sportlerinnen entdeckt worden.

Zu diesem Zeitpunkt hielten sich Mädchen-Basketballmannschaften in der Halle zu Punktspielen auf. Die Kameras, stellten Polizei und Staatsanwaltschaft Essen in einer gemeinsamen Erklärung am Mittwoch fest, waren funktionsfähig und in der Lage, Bilder aus den Duschräumen zu übermitteln.

Das Fachkommissariat für Sexualdelikte ermittelte und ging schließlich Hinweisen nach, die im Ergebnis auf einen 46-jährigen Mann aus Marl wiesen, der als Basketball-Schiedsrichter im Frauen- und Mädchenbereich sowie als Schiedsrichter-Ausbilder im Westdeutschen Basketballverband (WBV) tätig ist; gemeldet ist er für den TuS 09 Erkenschwick.

PC und Datenträger sichergestellt

Bei einer Wohnungsdurchsuchung wurden ein PC und weitere Datenträger sichergestellt. Bei der Überprüfung des Computers fanden die Experten „belastbares Material, das den Tatverdacht erhärtet“. Diesbezüglich muss der 46-Jährige, der sich anwaltlich vertreten lässt und bisher jede Schuld von sich gewiesen hat, noch vernommen werden.

Dass der Marler vor etwa fünf Jahren schon einmal aufgefallen und angezeigt worden war, bestätigte der Essener Oberstaatsanwalt Wilhelm Kassenböhmer. Das Verfahren sei aber noch im selben Jahr wieder eingestellt worden.

Sowohl der Basketballkreis Emscher-Lippe als auch der WBV haben den 46-Jährigen gesperrt. Die Damenmannschaft des BSV Wulfen lässt sich mittlerweile anwaltlich vertreten (die WAZ berichtete). Ende Oktober hatte der Marler mit einem Laptop bei einem Punktspiel auf der Tribüne gesessen. Auf Nachfrage habe er geantwortet, dass er sich so Notizen machen würde, weil er als Schiedsrichter-Beobachter eingeteilt sei.

Andere Basketball-Mannschaften stellen derzeit ähnliche Überlegungen wie die Wulfener Damen an. Nicht zuletzt aus der Verunsicherung heraus, dass der Marler in vielen Sporthallen unterwegs war und niemand genau weiß, was er dort alles getan hat.

 
 

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