„Jugend forscht“ für die Zukunft

Sabine Kruse
Jugend forscht am Freitag, 22.02.2013 in Marl. Im Feierabendhaus richtete die EVONIK den diesjährigen Regionalwettbewerb aus. Im Bild Nils Müller (15) von der Günther Eckerland Realschule in Marl. Müller untersuchte Flugeigenschaften verschieden schwerer Tischtennisbälle mit einer Luftdruckkanone. Foto: Joachim Kleine-Büning/WAZ FotoPool
Jugend forscht am Freitag, 22.02.2013 in Marl. Im Feierabendhaus richtete die EVONIK den diesjährigen Regionalwettbewerb aus. Im Bild Nils Müller (15) von der Günther Eckerland Realschule in Marl. Müller untersuchte Flugeigenschaften verschieden schwerer Tischtennisbälle mit einer Luftdruckkanone. Foto: Joachim Kleine-Büning/WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool

Marl.  Sich seine Hausaufgaben in einem ganz gewöhnlichen Heft notieren? Nun: Christian Hakert, Dennis Lewing und Felix Parsiegel (alle 16) halten das für ganz schön altmodisch. Wozu schließlich gibt es Smartphones? Für diese haben die drei Schüler des Marler Albert-Schweitzer-Geschwister-Scholl-Gymnasiums (ASGSG) eine kostenlose Android-App entwickelt: den „Schülermanager“ (http://goo.gl/YgAmH). „Hausaufgaben“, sagt Felix Parsiegel, „braucht man mit dieser App bloß von der Tafel abzufotografieren – schon sind sie jederzeit vom Handy abrufbar . . .“

Es sind pfiffige Forscher wie diese, die Heinz Sporenberg, den Leiter des Regionalwettbewerbs von „Jugend forscht“, und die Juroren mit ihren Ideen immer wieder begeistern. Und tatsächlich wurden die drei ASGSG-Schüler für ihren Beitrag, den sie am Freitag im Informationscentrum von Evonik präsentierten, auch mit einem ersten Platz ausgezeichnet.

Erster wurde auch Nils Müller (15) von der Günther-Eckerland-Realschule; als damals 14-Jähriger hatte er sich mit seiner Tischtennisball-Kanone für „Schüler experimentieren“ beworben. Mit dieser, durch Deo und einen Elektrozünder angetrieben, schoss der junge Mann dann wochenlang Bälle von unterschiedlichem Gewicht in unterschiedlichen Winkeln durch den heimischen Garten. „Meine Eltern haben aufgepasst, dass nichts passiert.“ Zum Glück haben sie ihren Sohn ansonsten aber gewähren lassen, denn nun kann dieser allen Ballsportlern einen hilfreichen Tipp geben: Am weitesten fliegt ein Ball, wenn dieser in einem Winkel zwischen 30 und 40 Grad abgeschossen wird.

Hilfreich für den Klimaschutz ist womöglich die Forschungsarbeit von Moritz Gutsch (19). Der Schüler des St.-Antonius-Gymnasiums Lüdinghausen hat nämlich untersucht, wann ein „H-Darrieus-Rotor“ die optimale Leistung bringt. Bei diesem handelt es sich um eine Windturbine für Windkraftanlagen, die aus geraden, parallel zur Drehachse angeordneten Blättern an Tragarmen besteht. Gutsch kennt eine solche aus Dülmen. Und nach einer mehrmonatigen Versuchsreihe im selbstgebauten Windkanal weiß er nun: H-Darrieus-Rotoren mit nur zwei statt drei Flügeln nutzen die Windenergie am besten. Zudem müssen die Flügel schmal (nicht bauchig) sein.

Und sonst? Beschäftigte sich eine Gruppe mit der Frage, wie sich Smartphones individuell und Marken übergreifend aus Einzelteilen zusammenstellen lassen, eine andere analysierte den Einfluss des Mindesthaltbarkeitsdatums auf eine Verbesserung für die Umwelt. Und Dennis Jaschek aus Gelsenkirchen hat erarbeitet, wie sich mittels der vom Mathematiker Benoit Mandelbrot entdeckten Mandelbrot-Menge Datenübertragungen sicher verschlüsseln lassen. Es laufe diesbezüglich, sagt der 17-Jährige, schon ein Patentverfahren.

„Jugend forscht“ für die Zukunft.