Job-Dating nach Koordinaten

Foto:Gerhard Schypulla
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Recklinghausen. Die richtige Antwort führt zum Job. Mit GPS-Geräten ausgerüstet, machten sich am Tag des Ausbildungsplatzes in allen fünf Kreisstädten Jugendliche auf eine Satelliten gesteuerte Schnitzeljagd, das sogenannte Geocaching.

Zu gewinnen gab es hier und da ein Schnupperpraktikum beim vielleicht zukünftigen Chef. Für die Handelsschülerinnen Ann-Kathrin Dippold, Hourieh Omeirat, Fazila Öden und Saniye Gündüz , die alle zum 1. August einen Ausbildungsplatz als Verkäuferin suchen, ging es gestern morgen im Berufsinformationszentrum Recklinghausen los. „Kuvertüre, Maniküre oder Pediküre“. Hinter der richtigen Antwort, was ein Konditor benutzt, verbargen sich die Koordinaten des Cafés Sternemann. Mit Hilfe des Navigationsgeräts bahnten sich die Kuniberg-Schülerinnen ihren Weg zum Königswall. Inhaber Dirk Sternemann informierte dort über das Berufsbild einer Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk.

Eine gute schulische Qualifikation sei wichtig, besonders Mathe und Fremdsprachen. Denn eine Verkäuferin arbeite viel mit Sprache, müsse ein offenes Wesen haben und auf Menschen eingehen können. „Manche Kunden sind ein bisschen schwierig, man muss lernen, auf sie zuzugehen“, erklärte der Konditormeister und ergänzte: „Wenn Sie Trinkgeld bekommen, erkennen sie schnell, ob sie bei einem Kunden ankommen.“ Ohne die Schulbank zu drücken, um sich Fachwissen anzueignen, ginge es nicht. Manche Kunden müssten intensiv beraten werden, da sie Diabetiker oder laktose-intolerant seien. „Ich finde es traurig, dass das Bild der Verkäuferin in der Öffentlichkeit häufig abgewertet wird“, kritisiert der 47-Jährige.

Die jungen Frauen hatten vorweg in Praktika größtenteils schon Erfahrungen als Verkäuferin gesammelt. Daher hatten sie nur wenige Fragen: Etwa, ob man die Ausbildung verkürzen kann (kam beim Konditor nicht gut an) oder wie die Prüfung gestaffelt sei? Der zweifache Caféchef erteilte Auskunft und nahm die Bewerbungsmappen der vier entgegen. Sein Fazit: Zwei Bewerberinnen kämen für einen Praktikumsplatz und somit die ausgeschriebene Lehrstelle in Frage. Beide wirkten sehr aufgeweckt, an der Rhetorik müsste noch gearbeitet werden. Zum Thema Kopftuch antwortete er nur: „...kommt nicht in Frage“.

Was gibt es wirklich: Astgold, Blattgold oder Strauchgold? Hinter der richtigen Antwort verbarg sich als nächstes Ziel der Juwelier Exner am Altstadtmarkt. Goldschmied Bernhard Wormland berichtete in der Werkstatt von seiner täglichen Arbeit und Chef Philipp Exner betonte, dass bei einem Juwelier viel Wert auf gepflegte Hände gelegt werde. Wenn das Outfit nicht angemessen sei, werde ein Mitarbeiter zum Umziehen nach Hause geschickt.

Im dm-Drogerie-Markt erklärte Ausbildungsleiterin Tanja Weber abschließend noch, was in den Aufgabenbereich einer Drogistin fällt. Auch hier hinterließen die Damen ihre Mappen.

 
 

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