Jetzt kommen die Gutachten

Kritische Beobachter im Februar vor dem Saria-Gelände: Die Bürgerinitiative „Marler haben Nase voll“.
Kritische Beobachter im Februar vor dem Saria-Gelände: Die Bürgerinitiative „Marler haben Nase voll“.
Foto: WAZ FotoPool
Bürgerinitiative „Marler haben Nase voll“ ist enttäuscht vom Sachstandsbericht. Im Oktober könnte der Aufstellungsbeschluss für einen Saria-Bebauungsplan gefasst werden.

Marl..  „Das ist ein offenes Verfahren. Stellen Sie die Fragen, dann kriegen Sie die Antworten.“ Die Aufforderung von Baudezernent Wolfgang Seckler hörte sich überzeugend und einfach an. Doch irgendwie ist alles viel komplizierter. In Sachen Saria-Erweiterung in Marl-Frentrop beschwerte sich die Bürgerinitiative im Stadtplanungsausschuss über mangelnde Informationen.

Der Fragenkatalog der Bürger ist lang und kompliziert. Es geht um Eigentumsverhältnisse und Rechtsfragen zum Umweltschutz. Zum Beispiel: Liegt der Lebensmittel-Verwerter Saria nicht in einem Naturschutzgebiet? Ja. Deshalb wird auch der Kreis an dem Verfahren beteiligt, ein erstes Gespräch hat es schon gegeben.

Saria will sich in ein Gebiet hinein ausweiten, das bereits als Ausgleichsfläche für eine Saria-Erweiterung dient. Geht das? Ja, sagt der Baudezernent. „Eine Ausgleichsfläche kann ausgeglichen werden. Aber das neue Ausgleichsgebiet muss dann eine noch höhere Punktezahl bekommen als das frühere.

Flächen bleiben unkontrolliert

Aber auf dieser Fläche, die der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft übertragen wurde, habe es doch gar keine ökologische Aufwertung gegeben, wundert sich Paul Wagner (WG Grüne). Der Baudezernent bedauert: „Ich habe nicht genug Leute, um jede Ausgleichsfläche zu kontrollieren.“ Die Stiftung sei zu den Maßnahmen verpflichtet und die Stadt passe auf, „im Rahmen unserer Möglichkeiten“.

Ohnehin sei die Stadt an einer „hochkomplexen Aufgabe“ beteiligt. Saria müsse zunächst eine ganze Reihe von Gutachten vorlegen, das sei nicht innerhalb weniger Monate zu leisten. Erst auf Grund dieser Gutachten werde der Rat einen Aufstellungsbeschluss für das Baugebiet fassen, das werde nicht vor Oktober sein. Damit würden die Auflagen für den Investor festgelegt.

Kein Rederecht im Ausschuss

Alles nichts Neues, ärgert sich Ludger Vortmann, Sprecher der Bürgerinitiative „Marler haben Nase voll“ . „Über das, was ich da hören musste, konnte sich nur den Kopf schütteln“, sagt sein Bruder Josef Vortmann. Die seit November der Verwaltung vorliegenden Fragen seien noch immer nicht beantwortet worden.

Verärgerung gibt es zudem darüber, dass die Bürgerbeiträge nicht protokolliert würden, weil die Sitzung dafür unterbrochen worden war. Denn im Ausschuss können Bürger nicht mitreden. Und in der Bürgerfragestunde darf man nur Fragen stellen.

 
 

EURE FAVORITEN

So schützt du deinen Hund vor der Sommerhitze

Heiße Sommer-Temperaturen sind für deinen Hund gefährlich. Deshalb solltest du diese Regeln beachten.
Di, 03.07.2018, 18.50 Uhr

Heiße Sommer-Temperaturen sind für deinen Hund gefährlich. Deshalb solltest du diese Regeln beachten.

Beschreibung anzeigen