Ich zeig dir mein Kaninchen

Wenn das eigene Kind von Fremden angesprochen wird, schrillen bei Eltern die Alarmsirenen. So auch bei einer Mutter aus der Zollverein-Siedlung. Ihr zehnjähriger Sohn war auf dem Weg zum Bolzplatz, als sich ihm ein Mann mit Fahrrad näherte...

Marl.. Der Unbekannte, ein etwa 1,80 Meter großer, drahtiger Mann mittleren Alters mit dunklen, kurzen Haaren, Rund-um-den-Mund-Bart und silberfarbenem Hollandrad, sagte, er habe ein krankes Kaninchen in der Fahrradtasche. Der Junge könne mit ihm das Kaninchen zum Tierarzt bringen. Dann schritt der Mann auf das Kind zu.

Der Junge rannte schreiend nach Hause. Sein elfjähriger Bruder war in der Nähe, prägte sich das Aussehen des Mannes ein. Die Mutter ging mit beiden Söhnen zur Polizei. Der Fremde hatte mit ihrem Sohn nichts Gutes im Sinn, ist sie überzeugt.

Mutter und Söhne haben richtig reagiert, sagt Polizeisprecherin Ramona Hörst. Wenn Kinder ein ungutes Gefühl haben, sollten sie auf sich aufmerksam machen, laut "Nein", "Stopp" oder "Loslassen" rufen. So schaue jeder hin, mögliche Täter fühlen sich beobachtet.

In dem Fall aus Hamm konnten Polizeibeamte keine Straftat feststellen, fertigten aber einen Bericht über "verdächtiges Ansprechen von Kindern".

Solche Berichte gehen an das Kommissariat für Sexualdelikte. Wenn Zeugen präzise Beobachtungen mitteilen, ermitteln die Beamten. Vor allem, wenn Hinweise übereinstimmen. Dem Medienhaus-Bauer sind aktuell zwei weitere Fälle bekannt.

Erfahrungsgemäß handelte es sich in den meisten angezeigten Fällen nicht um böse Absichten von Sexualtätern, sondern um Missverständnisse, erklärt Polizeisprecherin Ramona Hörst. Trotzdem sei es besser, im Zweifel sofort die Polizei zu rufen, damit sie Verdächtige noch vor Ort ansprechen kann: "Wir ermitteln lieber einmal mehr - ehe etwas passiert", betont die Sprecherin.

Mehr zum Thema lesen Sie am Freitag in der Marler Zeitung.

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