Hoffnung für den vierjährigen Fernando

Von Irene Stock
Die Familie Alimovicz darf darauf hoffen, dass ihr vierjähriger Sohn Fernando nun doch nicht nach Serbien abgeschoben wird. Foto: privat
Die Familie Alimovicz darf darauf hoffen, dass ihr vierjähriger Sohn Fernando nun doch nicht nach Serbien abgeschoben wird. Foto: privat
Junge einer serbischen Asylbewerber-Familie wird möglicherweise doch nicht abgeschoben.

Haltern am See.  Für einen vierjährigen Jungen einer Asylbewerber-Familie aus Serbien gibt es einen Lichtblick. Fernando Alimovicz lebt seit einem Jahr in Haltern am See. Er ist fast taub. Nur ein Cochlea-Implantat würde seine Lebenssituation auf Dauer verbessern. Nun hat sich Sigrid Beer, Landtagsabgeordnete der Grünen, eingeschaltet.

„Von der Stadtverwaltung, dem Sozialamt Haltern, gingen keinerlei Bemühungen aus, dem Jungen zu helfen oder zu fördern“, sagt Hermann Döbber, der Mitglied im Asylkreis der Stadt Haltern am See ist. Vielmehr sei man davon ausgegangen, dass die Familie, die einen rechtskräftigen Abschiebebescheid hat, schon zu Beginn des Jahres Haltern verlassen würde, so Döbber. Durch seine Eingabe beim Petitionsausschuss des Landtages und das Einschalten eines Rechtsanwaltes konnte die Abschiebung bisher verhindert werden.

Das Sozialamt Haltern argumentierte daraufhin, dass auch Kinder von mittellosen, unversicherten Roma in Serbien ein Cochlea-Implantat erhalten können, die notwendige Nachsorge ebenfalls dort erfolgen würde. Ob das wirklich so ist, muss die Stadtverwaltung nun prüfen. Dafür hat sich Sigrid Beer jetzt eingesetzt. Außerdem muss die Stadtverwaltung recherchieren, ob es in der Heimat des Vierjährigen einen sonderpädagogischen Kindergarten und eine Roma-Gemeinde gibt.

Fernando besucht seit einigen Monaten dank der Vermittlung von Hermann Döbber den Rot-Kreuz-Kindergarten für Gehörlose in Gelsenkirchen. In dem Kindergarten ist man von dem aufgeweckten Vierjährigen begeistert. Der Platz im Kindergarten, das Abholen und Nach-Hause-Bringen des Jungen kostet die Stadt Haltern nichts.